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Interhelp-Schirmherr als Sanitätshelfer auf Sri Lanka / Schaumburger Haus „Ahnefelds Ecke“ auf der Tropeninsel

Im Dschungel-Einsatz: Fürst hilft, Leben zu retten

Bückeburg. Zum zweiten Mal in diesem Jahr waren Ehrenamtliche aus Bückeburg und Hameln im Auslandseinsatz. Das sechsköpfige Team der heimischen Hilfsorganisation Interhelp hat seine Freizeit geopfert, um Menschen in Not zu helfen. Erschöpft sind die Männer aus Sri Lanka zurückgekehrt.

veröffentlicht am 16.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Notarzt Dr. Nicolas Jorden, Lehrrettungsassistent Reinhold Klostermann, die Rettungssanitäter Michael Görbing und Timo Baumeister und die frischgebackenen Sanitätshelfer Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und Ulrich Behmann haben im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet der Insel im Indischen Ozean gemeinsam mit Klinik-Chef Dr. Gamini Gunatunga 820 Kranke und Verletzte behandelt, gemeinsam mit einheimischen Optikern 1500 gebrauchte Brillen vermessen und 260 Pakete mit Baby-Erstausstattungen und Hygieneartikeln an werdende Mütter verteilt. Aber auch Grundsteine für vier weitere Interhelp-Massivhäuser wurden in Morawewa gelegt.

„Die Häuser sind für singhalesische und tamilische Flüchtlinge bestimmt, die jetzt nach mehr als 30 Jahren Krieg und Terror auf ihre wüst gewordenen Felder zurückgekehrt sind und oftmals nur das besitzen, was die an ihren ausgemergelten Körpern tragen. Mit Spenden aus den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont wurden in den vergangenen zwei Jahren im Süden und im Nordosten des Landes elf neue Häuser gebaut und weitere renoviert. „Mehr als 80 000 Euro, die von Privatleuten und Firmen zur Verfügung gestellt wurden, werden bis April 2013 in unser Projekt ,Aufbauhilfe für den Frieden‘ fließen“, macht der Interhelp-Vorsitzende Ulrich Behmann deutlich.

Im Dorf Kuruduwatha im Südwesten der Insel übergab Fürst Alexander ein Haus, das den Namen „Ahnefelds Ecke“ trägt. Von dem Geld, das von den Eheleuten Carlo und Wilfried Ahnefeld aus Niedernwöhren auf ihrem Hoffest gesammelt worden war, konnte Interhelp für eine arme vierköpfige Tagelöhner-Familie ein 60 Quadratmeter großes Massivhaus bauen. „Die Bewohner waren überglücklich, haben vor Freude geweint“, sagt der Schirmherr gerührt.

Aber auch Kranken und Verletzten wurde geholfen: Auf Bitten des Gesundheitsministeriums in Trincomalee hatte die Interhelp-Medical-Task-Force in einer kleinen Dschungel-Klinik ihr Quartier aufgeschlagen und den Menschen dort kostenlos medizinische Hilfe angeboten. „Vielen Menschen liefen Tränen der Freude über die Wangen. Einige haben sich vor Dankbarkeit tief vor uns verbeugt und uns Blumenkränze geschenkt“, erzählt der Leiter der medizinischen Abteilung von Interhelp, Reinhold Klostermann.

Die Nachricht von der Ankunft der deutschen Helfer hatte sich schnell verbreitet: Ein Hohepriester bat die Lebensretter, in ein Urwald-Dorf zu kommen. Die Menschen dort seien zu arm, um sich Medikamente leisten zu können, meinte der buddhistische Geistliche Wimaleana. In der Hauptstadt Colombo lud Verkehrsminister Rohitha Abeygunawardana die Interhelp-Delegation zum Gespräch ein. Der Politiker bedankte sich bei den Helfern, bat um weitere Unterstützung.

Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe ist seit März 2006 Schirmherr der Hilfsorganisation. Dass er bereit ist, sich aktiv für Menschen in Not einzusetzen, zeigt er auf eindrucksvolle Art und Weise: Er hat nicht nur Optikern über die Schulter geschaut und gelernt, mit einem Scheitelbrechwertmesser umzugehen, er hat auch gemeinsam mit dem Interhelp-Vorsitzenden einen Sanitätshelfer-Kurs absolviert und die Prüfung bestanden.

„Ich will nicht nur Geld spenden, sondern mithelfen, mitreden und unsere medizinische Einheit unterstützen können“, sagt der Bückeburger. Im Urwald von Sri Lanka habe er auf ärztliche Weisung hin Blutzucker-Werte von Patienten bestimmt, Salben-Verbände angelegt und oftmals Trost gespendet. „Es hat mir Freude bereitet, Hilfe von Mensch zu Mensch zu leisten. „Dabei habe ich erfahren können, wie hart die Arbeit ist, die unsere Medical-Task-Force-Mitglieder bei schwülen 33 Grad im Schatten leisten. Ich zolle unseren ehrenamtlichen Helfern allerhöchsten Respekt.“

Alexander zu Schaumburg-Lippe bittet um Spenden für Kinder in Not. Der Interhelp-Schirmherr appelliert an Menschen mit Herz: „Helfen Sie uns bitte helfen. Wir sind zwar der Motor, die Spender aber sind das Benzin, das ihn erst zum Laufen bringt.“

Spendenkonten: Nr. 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10); Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60) und Nr. 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01).

Kontakt: Interhelp im Internet: www.interhelp.info.




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