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Neue Angebote, mehr Komfort, Plus bei Übernachtungen

Im „Holzfass“ übernachten: Am Doktorsee ist auch das bald möglich

RINTELN. Wenn man am Doktorsee an einem der neuen Chalets steht mit Blick auf das Wasser und die bewaldeten Weserberge dahinter, könnte man sich diese Szene auch in Norwegen oder Schweden vorstellen. Kein Wunder, dass der Doktorsee weiter steigende Übernachtungszahlen schreibt – sogar im letzten Jahr, obwohl es praktisch ab August keinen Sommer mehr gegeben hat, nur Regen und trübes Wetter.

veröffentlicht am 15.02.2018 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 15.02.2018 um 17:50 Uhr

Bald Angebot für Radtouristen, Schulklassen und Kurzurlauber: „Schlaffässer“ bieten Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Foto: pr
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Hans Weimann Reporter
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„Das Plus von vier Prozent“, schilderte Doktorsee-Geschäftsführer Uwe Deppe, „haben wir im ersten halben Jahr erwirtschaftet.“ Einen großen Anteil an den guten Zahlen haben die Chalets, Ferienhäuser und Ferienwohnungen, die heute schon für die neue Saison 2018 und die langen Wochenende so gut wie ausgebucht sind.

Das summiert sich auf rund 12 000 Übernachtungen im Jahr bei 15 Ferienhäusern (für zwei bis sechs Personen) und sechs Ferienwohnungen, 120 Betten insgesamt.

Dass man in den Ferienwohnungen komfortabel unterkommt, hat sich sogar bis Taiwan und China herumgesprochen. Die Messegäste, die vom Doktorsee zur Cebit oder Hannover-Messe wollen, sind international und buchen über Internet. Gäste aus Asien haben Deppe erzählt, die Entfernung nach Hannover spiele für sie keine Rolle, das sei nach ihren Maßstäben „praktisch wie vor der Haustür“.

„Das Plus von vier Prozent haben wir im ersten halben Jahr erwirtschaftet“, sagt Uwe Deppe, Geschäftsführer der Doktorsee GmbH. Foto: wm
  • „Das Plus von vier Prozent haben wir im ersten halben Jahr erwirtschaftet“, sagt Uwe Deppe, Geschäftsführer der Doktorsee GmbH. Foto: wm
Selbst Gäste aus Asien wissen die Annehmlichkeiten zu schätzen, die der Doktorsee etwa mit seinen Holzhäusern bietet. Foto: wm
  • Selbst Gäste aus Asien wissen die Annehmlichkeiten zu schätzen, die der Doktorsee etwa mit seinen Holzhäusern bietet. Foto: wm

Deppe will jetzt ein neues Angebot für Radtouristen, Schulklassen und Kurzurlauber schaffen, die auf der Suche nach einer originellen wie preiswerten Übernachtungsmöglichkeit sind: „Holzfässer“, besser gesagt „Schlaffässer“ mit Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder.

Die Gäste schlafen auf zwei Ebenen und können morgens an einem Tisch mit Bänken in ihrem „Fass“ frühstücken. Es gibt für die Übergangszeit sogar eine Heizung.

Und noch einen Vorteil haben diese Schlaffässer, sagt Deppe: Sie sind mobil. So sei es zum Beispiel möglich, so ein Fass bei einem Jugendzeltlager für Betreuer hinzustellen, die nicht in einem Zelt schlafen, aber trotzdem bei den Jugendlichen sein wollen.

Zu den rund 50 000 Übernachtungen von Urlaubern und Kurzurlaubern auf dem Campingplatz kommen noch 940 Dauercamper. Rechne man für einen Dauerstellplatz drei Personen, die 100 Tage im Jahr anwesend sind, summiert sich das noch einmal um rund 300 000 Übernachtungen, schilderte Deppe.

Zahlen die zeigen: Der Doktorsee ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Tourismus in Rinteln. Nicht zu vergessen: die 25 Arbeitsplätze dazu die Aufträge für Subunternehmen für Reinigung und Sicherheitsdienst.

Auch in diesem Jahr investiert die Doktorsee GmbH wieder in Modernisierung und Komfort von zwei Sanitärhäuser. Neun gibt es auf dem Campingplatz. Deppe betont: „Wir sind kein Low-Budget-Campingplatz, sondern legen Wert auf Qualität. Unsere Gäste wissen das zu schätzen.“ Das gilt auch für die Chalets, die unter anderem mit Boxspringbetten, einem LED-Flachbildschirm-TV und Spülmaschine ausgestattet sind. Und das gilt für die Wasserqualität in dem ein Hektar großen Badebereich. Hier habe sich die Trennung vom See mit einem „Vorhang“ bewährt, sagt Deppe.

Es gibt auch in diesem Jahr wieder die Großveranstaltungen „Doktorsee in Flammen“ (20. bis 22. Juli), das Oldtimer-Treffen (3. bis 5. August) und das Oktoberfest (20. Oktober). Beim Oldtimertreffen will Deppe diesmal nur „Oldtimer“ ab 30 Jahren zulassen, „sonst kommen wir an unsere Kapazitätsgrenzen“. Für das Oktoberfest, „im letzten Jahr waren wir ausverkauft“, gibt es ein größeres Zelt.

Für die neue Saison, die Ostern beginnt und mit dem Oktoberfest endet, hat Deppe nur einen großen Wunsch: dass es ein besserer Sommer mit einer stabilen Wetterlage über ein paar Wochen wird.

Für Deppe ist ein Dauerthema noch nicht abgehakt: der nach wie vor kostenlose Wohnmobilstellplatz an der Dankerser Straße. Zwar haben die Stadtwerke dort die Preise für Wasserentnahme, die Entsorgung des Abwassers und für Strom inzwischen erhöht, „aber wer nicht zahlen will, muss nicht zahlen“, sagt Deppe. „In einem modernen Wohnmobil kann man fünf Tage lang auf einen solchen Service verzichten.“ Er ist nach seinen Erfahrungen überzeugt: Auch auf einen Stellplatz, der mit einer Schranke gesichert ist, wo man ein Tagesticket für 8 Euro ziehen muss, kommt kein Camper weniger. In Bückeburg vor dem Schloss, am Steinhuder Meer und in vielen anderen Städten sind Plätze in so attraktiver Lage mit vergleichbarer Logistik längst kostenpflichtig. Bei einem kostenpflichtigen Stellplatz wiederum wäre der Doktorsee für Wohnmobilisten konkurrenzfähig mit einem Übernachtungspreis von 12 Euro pro Wohnmobil. Schon deshalb, sagt Deppe, weil in diesem Pauschalpreis alle Insassen eingeschlossen sind, dazu Strom, Abwasserentsorgung und Frischwasser.

Gebühren, die man in Relation zu den Anschaffungskosten eines Wohnmobils setzen sollte: Wer ein Wohnmobil für 80 000 Euro und mehr fährt, kann sich auch eine Übernachtungsgebühr leisten.

Eine letzte Frage: Wohin fährt man als Doktorsee-Manager in Urlaub? Deppe verrät, weil im Sommer Saison ist, ein Arbeitstag von 16 Stunden nicht selten, bleibt nur der Winter, also Skifahren in Österreich oder Italien.

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