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Zu Hause beim Bürgermeister-Kandidaten der SPD / Thomas Priemer - Italien-Fan, Altherrenfußballer und begeisterter Koch

"Im nächsten Leben Musiker, in diesem Bürgermeister"

Rinteln. Ein Herz als Fußabtreter vor der Haustür, zwei Herzen als Bilder über der Kommode im Wohnzimmer, und noch eins als helle Sandstein-Skulptur auf der Terrasse. Auch wenn die alle in seinem Haus in Rinteln stehen - das politische Herz Thomas Priemers schlägt fürs Auetal. "Wo ich meinen Wohnsitz habe, ist völlig unwichtig", sagt der Bürgermeister-Kandidat der Auetaler SPD. "Entscheidend ist nur, dass ich fürs Auetal da bin."

veröffentlicht am 11.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

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Das ist er als allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin seit sechs Jahren, "an 230 Arbeitstagen und bei rund 50 Wochenendterminen im Jahr". Fünf Vereinen im Auetal gehört er an, den von ihm geführten Kulturverein hat er vor drei Jahren selber aus der Taufe gehoben. Und in der Rintelner Nordstadt lebt er gerade mal drei Minuten außerhalb des Auetaler Gemeindegebiets: "Wenn die Ampeln mitspielen, bin ich in zehn Minuten im Büro." In Möllenbeck ist Priemer vor 47 Jahren geboren, hat in den 23 Jahren dort "das dörfliche Leben schätzen gelernt". Nach dem Abitur in Rinteln hat er sein Verwaltungsstudium begonnen, war zunächst beim Landkreis, dann in Eilsen beschäftigt. Und seit September 2000 bei der Gemeinde Auetal. SPD-Mitglied ist der Mann mit dem Dreitagebart seit 1998: Der politische Wechsel von Kohl zu Schröder habe ihn damals motiviert, sagt er, "außerdem komme ich aus einer Arbeiterfamilie, dem klassischen SPD-Lager". Von den Urlaubsfotos an der Wand lacht der Sommer, auf dem Holztisch im großen Wohnraum ein Hauch von Bella Italia - Bruschetta, ein paar Oliven, ein gutes Glas Rotwein. Und den würzigen Käse haben Anja und Thomas Priemer aus dem Urlaub mitgebracht. Sonnengebräunt und gut erholt sind sie gerade erst aus Sardinien zurück. "Uns gefällt die Lebensart, das Essen, das Flair in engen Altstadt-Gassen", erzählt Priemer begeistert, "wir sind große Italien-Fans." Ein Stück dieser südländischen Lebenskultur rettet er sich gerne in den Alltag, wenn er alle drei Monate mit drei guten Freunden ein ausgefallenes Vier-Gänge-Menü zaubert. Da ist das gemeinsame Kochen mehr als die bloße Zubereitung von Essen. Es ist ein Stück Savoir-vivre, wenn sich die vier Männer schon nachmittags am Herd treffen. "Kulinarisch wandern wir dann quer über den Erdball", erzählt Priemer, "der Ausrichter entscheidet." Wenn er dran ist, gibt's - natürlich - italienische Küche. Damit das gute Essen nicht ansetzt, ist ihm Fitness sehr wichtig. Abends entspannt Thomas Priemer gerne beim Waldlauf, auch im Altherrenfußball-Team des SC Rinteln fühlt er sich wohl. Gerne unternimmt er mit Ehefrau Anja und Tochter Madlien Radtouren oder Ausflüge in die nähere Umgebung - denn privat steht die Familie an allererster Stelle. "Wir versuchen, so viel wie möglich gemeinsam zu machen", sagt Thomas Priemer. Die 15-jährige Madlien kennt das Auetal mittlerweile auch wie ihre Westentasche: Zweimal die Woche reitet sie vom Krümmlingshof in Bernsen aus quer durchs Auetal zu einer Freundin in Sundern. Im Winter fährt die ganze Familie zum Skifahren in die Berge, mal zu dritt, mal mit Freunden. Da spielt Priemer nach eigenem Bekunden "aber längst nur noch die zweite Geige": Gegen Madlien, die seit ihrem dritten Lebensjahr auf den Brettern steht, hat Autodidakt Priemer "keine Chance mehr". Und dann gibt es noch diesen einen Raum im Keller, in dem nicht viel mehr steht als Sessel, CD-Sammlung, Musikanlage. Wenn Priemer die einschaltet, schaltet er ab. Die Musik - "alles von 70er-Jahre-Rock bis Mozart" - ist seine große Leidenschaft, fast noch mehr liebt er hochwertige Musikanlagen. Seit er sich 1985 das zweite CD-Player-Modell überhaupt kaufte ("vom Studentengeld abgespart"), gilt sein Interesse Technik und Klangerlebnis. "Das ist total spannend!", kann er sich für die gewaltigen Unterschiede durch ein kleines, feines 100-Euro-Kabel begeistern. Und räumt ein: "Da ist schon auch ein bisschen Philosophie dabei..." Dass er nie gelernt hat, selber ein Instrument zu spielen, bedauert er sehr. "In meinem nächsten Leben werde ich Musiker", sagt Thomas Priemer. "Aber in diesem Leben will ich Bürgermeister werden."




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