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„Kleines Einmaleins des Breitensports“ für viele Kinder im ersten Anlauf zu anspruchsvoll / Da hilft nur trainieren

Immer häufiger Probleme mit dem Sportabzeichen

Bückeburg (mig). Die Disziplinen des Sportabzeichens könnte man als das kleine Einmaleins des Breitensports bezeichnen. Um die begehrte Plakette zu bekommen, müssen die Prüflinge verschiedene Disziplinen bewältigen. Einen Bonus gibt es auch bei den derzeit herrschenden Temperaturen nicht.

veröffentlicht am 15.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 09:41 Uhr

„Auf die Plätze, fertig, los“: Auf das Kommando von Wolfgang Pech, Leiter des Sportabzeichen-Stützpunkts Bückeburg, startet Jannick Zuschlag wie ein Blitz. Trotz der Hitze auf dem Dr.-Faust-Sportplatz machen ihm die 800 Meter offensichtlich kaum Probleme. Nach zwei Runden läuft er als Erster und mit großem Abstand ins Ziel. „Ich spiele Fußball im VfL und mache sehr gerne Sport“, erklärt Jannick, warum er an der Aktion „Jugendsportabzeichen-Abnahme“ teilgenommen hat. Auch beim Weitsprung – Vorgabe 3,40 Meter – katapultiert Jannick sich weit nach vorne. „Man sieht, das er ein Sportler ist“, meint Wolfgang Pech anerkennend.

Andere der insgesamt zwölf Kinder und Jugendlichen haben weniger Kondition. Ein Junge bleibt beim 800-Meter- Lauf weit zurück, andere haben Probleme beim Kugelstoßen oder Weitsprung. Nicht jeder wird heute das Sportabzeichen geschafft haben. Pech: „Wir bieten ein Training für das Sportabzeichen an, da können sie weiter üben und sich an die geforderte Weite oder Zeit herantasten.“ Dass Heranwachsende Probleme mit den Vorgaben haben, beobachtet Pech immer häufiger. „Man sieht deutlich, ob Kinder sich bewegen oder nicht, wenn sie dann zum Traning kommen, merkt man den Fortschritt sofort.“

Den Kindern fehle die Anleitung und Unterstützung von Eltern und Schule, so Pech, „leider haben wir eine abnehmende Tendenz der Teilnahme am Sportabzeichen, manche Schule macht da überhaupt nichts mehr.“ Das zeigen auch die Zahlen für den heimischen Raum: Gab es 2002 noch rund 1200 Abnahmen, sind es im vergangenen Jahr noch etwa 890 gewesen. Hinzu kommt ein Rückgang bei den älteren Sportlern: „Da gibt es zwar einen harten Kern, aber von den jungen Erwachsenen kommt fast nichts nach. Die haben andere Schwerpunkte.“

Das hat Dr. Gerhard Wieding noch ganz anders erlebt. Seit langen Jahren unterstützt er – diesmal zusammen mit Konrad Roesen und Christa Vauth – Wolfgang Pech bei der Durchführung der Abnahme und meint: „Die Kinder sind zu viel drinnen.“

Bei ihm hat alles mit dem Rudern angefangen, inzwischen beteiligt sich der 87-Jährige seit über 50 Jahren am Sportabzeichen. „Das hält gesund“, meint er und schiebt allein eine schwere, mit Sportgeräten beladene Schubkarre. Probleme mit dem subtropischen Sommerwetter hat der rüstige Senior dabei – ganz im Gegensatz zu einigen der Kinder – nicht.




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