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Neubau des Viehmann-Kammann-Komplexes an der Langen Straße wird auch dieses Jahr nichts

Immer noch fehlen die passenden Mieter

Bückeburg (rc). Gut fünf Jahre ist es mittlerweile her, dass erste Pläne an die Öffentlichkeit drangen, den Viehmann-Kammann-Komplex an der oberen Langen Straße - an exponierter Stelle der Stadt gleich gegenüber dem Schild-Center - abzureißen und durch den Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses zu ersetzen. Zwischendurch gab es immer wieder Hoffnung, dass mit dem Projekt begonnen werden kann, das letzte Mal im Herbst 2004.

veröffentlicht am 10.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Seit dem gibt es keine neuen Meldungen mehr, auch nicht in diesem Sommer. "Wir haben nach wie vor nicht die passenden Mieter gefunden", teilten die Besitzer und Investoren der Gebäude, das Ehepaar Viehmann, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Zu weiteren detaillierten Nachfragen hieß es lediglich: "Kein Kommentar". Die Immobilien werden weiter leer stehen. Nach wie vor scheint sich das Problem aber um die Vermietung des ersten Obergeschosses zu drehen: mit seinen geplanten rund 250 Quadratmetern das Herzstück des Neubaus. Um Läden im Erdgeschoss oder aber Wohnungen in den Obergeschossen mache er sich keine Sorgen, "die bekommen wir vermietet", teilte der einst mit der Vermarktung beauftragte Makler Joachim Scheffler von der Immobiliengalerie mit. Für die Büro- oderPraxisfläche sei derzeit aber kein Interessent vorhanden oder aber ein rentabler Mietpreis zu erzielen. Dies werde sich auch in den kommenden Monaten nicht ändern, da durch die Umstrukturierungen bei den Justizbehörden weitere größere bisher vermietete Flächen frei werden. "Als potenzieller Mieter hat man derzeit in Bückeburg Alternativen." Das in exponierter Lage der Stadt die beiden Gebäude leer stehen und zusehends verfallen, wird auch bei Stadt und Bückeburger Stadtmarketing (BSM) mit Sorgen gesehen - auch wenn Verständnis für die Situation der Eigentümer geäußert wird. Bürgermeister Reiner Brombach und BSM-Chef Sønke Lorenzen unisono: "Eine höchst missliche Situation, die Eigentümer wollen investieren, aber es muss sich auch rechnen." Leider seien sowohl die Möglichkeiten der Stadt als auch der BSM beschränkt. "Wo immer wir bei der Stadt Anfragen bekommen, verweisen wir schon immer auf dieses Projekt", so der Bürgermeister. Es gebe aber kaum noch Anfragen nach Büro- oder Gewerbeflächen, wie auch Lorenzen bestätigte: "Wir können uns die Nachfrage leider nicht selbst formen." Bestes Beispiel sei die Schulstraße, wo es immer mehr Leerstände, aber keine Nachfrage gebe. Zum Teil seien die Probleme dort von den Eigentümern hausgemacht, das Zusammenspiel von Eigentümern, Mietern, und Stadt sowie BSM klappe daher nicht. Stadt und BSM setzen daher weiter darauf, die Stadt möglichst interessant zu machen, viele Besucher, vor allem Touristen, in die Stadt zu holen, um die Kaufkraft und damit die Nachfrage zu stärken. Ein Prozess, der seit Jahren forciert werde, der aber auch noch Jahre dauern wird, wie Lorenzen sagte: "Wir tun schon sehr viel, aber viel mehr können wir nicht tun, es ist äußert schwierig." Hinzu komme, dass das Potenzial des Bückeburger Einzelhandels in den vergangenen Jahren immer mehr gesunken sei, auch durch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Auch Sponsoren und Mäzene, um Gemeinschaftsaktionen zu starten, würden immer weniger, zumal auch nicht mehr alle mitziehen würden. "Wir müssen sehen, dass wir den Namen Bückeburgs und der Region nach außen tragen und insgesamt stärken. Wir brauchen viel Zeit."




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