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Wegen des gesellschaftlichen Wandels geht das ehrenamtliche Engagement zurück

Immer weniger wollen mitmachen beim VfR

Evesen (mig). Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Fußballsparte des VfR Evesen hat der Vorstand die Mitglieder zu mehr Engagement im Verein und im Vorstand aufgefordert. „Je mehr Leute da sind, desto breiter könne man die Arbeit verteilen“, schrieb Peter Möse den Mitgliedern ins Stammbuch. „Es kann nicht sein, dass der Abteilungsleiter Fußball Mädchen für alles ist.“

veröffentlicht am 03.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:41 Uhr

Sportlich gesehen könnte sich der VfR Evesen eigentlich gemütlich zurücklehnen. Die erste Mannschaft rangiert in der Bezirksliga IV auf einem guten fünften Platz, dazu kommen Neuzugänge wie Ylli Syla, Marco Menze, Philip Gräber oder Kamal Walat, die alle sofort den Sprung in die Stammelf gefunden haben. Freuen können sich die Sportler auch über einen neuen Kabinentrakt: „Nach dem Kunstrasenplatz, dem neuen Kassenhäuschen, unseren schönen Sportheimen, der Bratwursthütte und der Pflasterung auf dem alten Sportplatz setzt dies einen weiteren Meilenstein für unsere Sportanlage, um die uns mittlerweile viele Vereine beneiden“, fasste Abteilungsleiter Jürgen Bolte die positive Entwicklung in seinem Jahresbericht zusammen.

Negativ schlägt zu Buche, dass immer weniger Mitglieder bereit sind, sich für die Fußballsparte des VfR Evesen mit ihrer Arbeitskraft einzusetzen. So war es Jürgen Bolte bis zum Tag der Versammlung nicht gelungen, einen neuen Abteilungskassierer zu finden. Letztlich habe er immer die gleichen Antworten erhalten: „Ich habe keine Zeit“ oder „Warum ich? Es gibt doch noch so viele andere“ oder „Das ist nun gar nicht mein Ding“.

Wenn alle so weiter machten, werde es immer schwerer Vereinsarbeit sinnvoll zu betreiben, resümierte Bolte seine Bemühungen. Die, die noch übrig blieben, müssten dann immer mehr machen „und irgendwann fehlt auch denen die Lust.“ Dann wäre das Ende vom Lied, dass man den Verein dichtmachen könnte „und das kann ja nicht unser Ziel sein.“

In seiner Begrüßung hatte auch der stellvertretende Vorsitzende des VfR Evesen, Peter Möse, das leidige Thema angesprochen und kritisiert, dass immer weniger Mitglieder bereit seien, sich ehrenamtlich im Verein zu betätigen. „Wir brauchen dringend mehr Mitarbeiter im Vorstand und im Verein“, gab Möse den Mitgliedern zu verstehen. Es könne nicht sein, dass der Abteilungsleiter Fußball Mädchen für alles sei. Wilfried Krömker, der erste Vorsitzende des VfR, sieht das Problem in einem gesellschaftlichen Wandel. Keiner sei mehr bereit etwas zu machen, alle müssten gleich los und hätten Termine. „Peter Möse und ich haben schon vor zwei Jahren gesagt, dass wir aufhören wollen“, bemerkte Krömker. „Wie soll es weiter gehen?“

Wirkung zeigte dieser flammende Aufruf schon bei den anstehenden Vorstandswahlen. Alle Posten konnten besetzt werden, das Amt des Abteilungskassierers übernahm Benno Schlag. Jürgen Bolte bleibt Abteilungsleiter, als neuen Stellvertreter stellte ihm die Versammlung Tim Ropers an die Seite. Neuer Jugendleiter wurde Frank Beer, Alexander Rettig, Mirelle Janssen und Wolfgang Nottebom bleiben im Stellvertreter-Team. Ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden Jugendkassierer Sven Kögler und der Schiedsrichterbeauftragte Maik Lenz.

Der neue Vorstand der Fußballabteilung: Tim Ropers (v.l.), Mirelle Janssen, Jürgen Bolte, Alexander Rettig, Sven Kögler, Frank Beer, Benno Schlag, Wolfgang Nottebom.

Fotos: mig

Der stellvertretende Vorsitzende des VfR, Peter Möse (vorn) und der Abteilungsleiter Fußball, Jürgen Bolte.




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