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Enthusiast Freddy Hundertmark und andere Szeneriedesigner pixeln für „Microsoft Flight Simulator“

In 3 D: Virtueller Flug über Stadt und Land

Bückeburg (mig). Bückeburg aus der Vogelperspektive und in 3 D: Wofür die Firma Google wohl noch Monate braucht, ist einem Team um den Szeneriedesigner Freddy Hundertmark schon jetzt gelungen. Der gelernte Ergotherapeut hat die malerische Kleinstadt Bückeburg virtuell nachgebildet und ermöglicht so Flugschülern und Touristen einen einmaligen Blick auf Stadtkirche und Co.

veröffentlicht am 26.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 17:41 Uhr

Einen Blick auf Bückeburg zu werfen, war bisher nicht gerade leicht. Der Rathausturm hat nur an besonderen Tagen geöffnet, und dann sind die Schlangen der Besucher lang. Gäste, die sich einen Überblick verschaffen wollen, haben häufig nur zwei Möglichkeiten: sich eine Anhöhe zu suchen oder ein Segelflugzeug am Weinberg zu chartern. Einfacher geht es mit der Computer-Szenerie, die der Helicopter- und Flugsimulator-Enthusiast Freddy Hundertmark zusammen mit Marvin Ehlers und anderen in der Szene bekannten Designern für den „Microsoft Flight Simulator“ entwickelt hat. Vier Jahre lang setzte das mehrköpfige Team Pixel für Pixel zusammen und übertrug auf diese Weise bekannte Gebäude und Orte in und um Bückeburg in die Virtualität.

Der Blick von oben zeigt beispielsweise das Hubschraubermuseum (ganz aktuell mit dem neuen Erweiterungsbau), das Rathaus, die Fürstliche Hofreitschule, die Stadtkirche, das Mausoleum, den Bahnhof, das Freibad, das Krankenhaus Bethel oder den Idaturm. „Außerdem haben wir versucht, die Landschaft möglichst realistisch umzusetzen“, so Hundertmark.

Daneben haben die Entwickler zahllose Animationen eingebaut: sich kreuzende Züge, fahrende Autos oder einen Mann auf einem Rasenmäher. Ein Hingucker ist das jährliche Silvesterfeuerwerk auf dem historischen Marktplatz. „Teilweise haben wir ganze Tage daran gesessen“, erinnert sich Hundertmark, „jeder hatte sein eigenes Spezialgebiet.“

Ausgetauscht haben sich die 25 Enthusiasten über das Internet – auf diese Weise hat sich das Team auch kennengelernt. „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es mir gelungen ist, bekannte Szeneriedesigner aus ganz Deutschland mit ins Boot zu holen. Unterstützt wurde ich ausschließlich aus Leidenschaft und reiner Freude.“

Die Idee zu der Szenerie trägt der gebürtige Holzmindener übrigens schon seit dem Umzug nach Bückeburg vor vier Jahren mit sich herum: „Ich bin sehr dankbar, dass ich in dieser schönen Stadt und dieser herrlichen Landschaft leben darf. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich ganz gerne über meine eigene Heimat fliegen würde.“

Wer Bückeburg auf diese Weise von oben erkunden möchte, kann das bald im Hubschraubermuseum tun – dort wird im nächsten Jahr ein Flugsimulator der Firma Infocopter aus München aufgestellt. Die Bückeburg-Szenerie des Hundertmark-Teams ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Per Steuerknüppel können Besucher „live“ und in Echtzeit über Bückeburg fliegen und detailgetreu errechnete Landschaften bewundern.

Peter Mayr, Geschäftsführer der Infocopter GmbH: „Die vom Team um Freddy Hundertmark erstellte Szenerie ist sehr professionell designt. Man sieht, dass da sehr viel Arbeit drin steckt. Es ist sehr realistisch.“

Ebenfalls sehr professionell sei auch der Hubschrauber-Simulator. Die Maschine habe dank hochwertiger Technik sogar Ausbildungsqualität – dafür zugelassen ist sie aber nicht. „Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen, von der einfachsten Stufe bis hin zum vollrealistischen Modus“, erklärt Mayr und verspricht: „Der Simulator wird dastehen wie frisch gelandet.“

Für Freddy Hundertmark geht dann ein lang gehegter Traum in Erfüllung: „Ich möchte, dass jeder sehen kann, warum ich die Stadt so liebe.“

Ein Tipp für alle Computerfreunde, die das Ganze zu Hause am eigenen Rechner schon einmal testen möchten: Herunterladen kann man das kostenlose Freeware-Paket aus dem Internet unter www.etnw.info/hp_freddy/scenery_ethb. htm.




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