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Überraschender Glascontainerabzug: Kritik in Altenhagen und Schmarrie – Zustimmung in Lauenau und Apelern

In den kleinen Dörfern regt sich Protest wegen Altglas

Samtgemeinde Rodenberg (nah). Der Abzug von fünf Altglascontainern im Bereich der Samtgemeinde hat zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Der Protest regt sich vor allem in Altenhagen II und in Schmarrie. Dagegen hält die Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) an ihrer Entscheidung fest: „Das Glasaufkommen ist in den letzten Jahren gesunken“, betonte Sprecher Carsten Wiepking auf Anfrage.

veröffentlicht am 23.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:41 Uhr

Nur für einen kurzen Augenblick hatte Altenhagens Bürgermeister Frank Witte die Nachricht für gut befunden, dass der weiße Container in der Dorfmitte nun abgezogen werden soll. Dabei war der Platz im Zuge der Dorferneuerung gerade erst hübsch hergerichtet worden. Nachbarn achteten stets auf Sauberkeit rund um den Behälter.

Doch als Witte die ersten Unmutsäußerungen in der Bevölkerung vernahm, erkannte auch er schnell die Nachteile: Nicht nur ältere Menschen müssten sich neu orientieren. Es gebe viele im Dorf, die sich zu Fuß ihrer leeren Gläser entledigen.

Sein Hülseder Amtskollege Herbert Weibels hat sich bereits deutlichere Worte in Schmarrie anhören müssen. Von „Bedauern“ bis „Entrüstung“ reiche die Bandbreite der Reaktionen. Er wolle die Container-Entscheidung zum Thema in der Ratssitzung am 7. Dezember machen. Denn der Abzug könnte neue Probleme am Hülseder Sportplatz schaffen. Dieser Altglascontainer wird stark frequentiert – unter anderem von Bewohnern aus dem Nachbarkreis Hameln-Pyrmont, die auf der Landstraße unterwegs sind. „Oder das Glas wandert wieder mehr in den Straßengraben und in unseren Papierkorb an der Linde“, klagt Weibels.

In Apelern und Lauenau haben die Bürgermeister bislang nur positive Stimmen ausgemacht. „Der Container bekam sowieso keinen Schönheitspreis“, erklärte Heinrich Oppenhausen zum Wegfall in der Lyhrener Straße. Heinz Laufmöller verweist sogar auf Freude in der Berliner Straße: Dort hätten sich Nutzer nie an nächtliche oder sonntägliche Ruhezeiten gehalten.

In Lauenau ist zumindest für den aufgegebenen Standplatz ein anderer aktiviert worden: Seit wenigen Tagen stehen wieder Container nahe der Albert-Schweitzer-Schule.

Ob die AWS ihre Entscheidung in Teilen revidiert, ließ Wiepking offen. „Wir hören uns erst mal die Argumente an.“ Den Nachteil für ältere Menschen sieht er nicht: „Wer volle Glasflaschen einkauft, hat zugleich eine Transportmöglichkeit für leere.“ Der Rückgang der Glasmengen sei bei den regelmäßigen Abfuhren ständig registriert worden.




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