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Präventionsrat Nenndorf-Rodenberg widmet sich Integration / Sprachlernklassen an Schulen

In Schwung

Nenndorf/Rodenberg. So voll ist es bei einer Sitzung des Präventionsrates Nenndorf-Rodenberg wohl seit Jahren nicht gewesen. Zur ersten Zusammenkunft in 2015 kamen fast 30 Interessierte – der Termin gab dem zuletzt vernachlässigten Gremium wieder spürbaren Schwung. Schwung, den der Rat dringend benötigt.

veröffentlicht am 21.01.2015 um 15:08 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:42 Uhr

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Denn das Thema Integration soll angesichts des Flüchtlingszustroms im Zentrum der künftigen Arbeit stehen. 250 Flüchtlinge prognostiziert der Landkreis für den Raum Rodenberg/Nenndorf in diesem Jahr, erklärte Polizeikommissariatsleiter Michael-Andreas Meier. Das größte Problem ist die Sprachbarriere, denn viele Flüchtlinge sprechen kein Wort Deutsch, und solange ihre Asylanträge bearbeitet werden, haben sie keinen Zugang zu Sprachkursen beispielsweise der Volkshochschule, wie Natia Lang (Awo) erklärte. Daher haben ehrenamtliche Helfer Sprachkurse in Nenndorf und Rodenberg auf die Beine gestellt.

Ein weiteres Hemmnis bei der Integration Asylsuchender ist die eingeschränkte Mobilität. Flüchtlinge, die in den Orten außerhalb der beiden Samtgemeinde-Zentren untergebracht sind, könnten per Bürgerbus transportiert werden, wandte sich Meier an André Lutz, Leiter des Amtes für Bildung und Soziales in Bad Nenndorf. Zudem wurde eine generelle Kostenbefreiung für Asylbewerber im Personennahverkehr angeregt.

Thomas Winkler regte an, dass Fahrräder gesammelt werden, die dann den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden. Im Keller der Rathäuser schlummern beispielsweise zahlreiche nie abgeholte Fundstücke. Infrage kämen auch defekte Räder, die auf Kosten des Präventionsrates repariert würden. Denjenigen, die nicht ans Radeln gewöhnt sind, könne entsprechender Unterricht erteilt werden. Die Idee fand Meier „spitze“.

Elisabeth Meyer-Engelke plädierte für eine dauerhafte Tausch-Plattform, um kurzfristig Dinge des täglichen Bedarfs, aber beispielsweise auch Schulmaterial und Schreibtische vermitteln zu können. Benötigt werde zusätzlich zu den Deutsch-Kursen ein Netzwerk an Menschen, die die Landessprachen der wichtigsten Flüchtlingsländer beherrschen.

In Rodenberg koordiniert Tina Böhm diese Bereiche, indem sie Spenden verteilt und Dolmetscher vermittelt. Meier sprach sich für ein Netzwerk mehrerer Ansprechpartner aus, das beide Samtgemeinden „bedient“. Rosemarie Börner bot an, die Kunden des Umsonstladens, zu denen auch zahlreiche Menschen aus dem Ausland gehören, um Übersetzerdienste zu bitten.

Ein Sprachtraining für die schulpflichtigen Flüchtlingskinder fehlt derzeit noch. Zwar werden diese Mädchen und Jungen umgehend nach ihrer Ankunft in der Übergangsbleibe eingeschult, doch dem Unterricht können sie in aller Regel gar nicht folgen. Meyer-Engelke und Winkler forderten die Schulleiter auf, Sprachlernklassen einzurichten und vom Kulturministerium die nötigen Lehrer anzufordern.




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