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United Noise verwirklicht kreatives Konzept in den ehemaligen Kronenwerken

Industriebrache mausert sich zum Zentrum für Nachwuchsmusiker

Bückeburg (mig). Eilige Passanten könnten das Gelände hinter dem Bückeburger Bahnhof für eine trostlose Industriebrache halten. Das stimmt aber nur zum Teil: auch wenn die Gebäude von außen nicht allzu viel hermachen - etliche Innenräume sind von einer rührigen Musikerinitiative angemietet und renoviert worden.

veröffentlicht am 12.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

In den ehemaligen Produktionsräumen der Kronenwerke wird auch jetzt wieder schwer gearbeitet. Staub liegt in der Luft und das Zischen einer Farbpistole ist zu hören. Alex, Christoph und Henning - die drei spielen in den Bands "Television Timeout" und "Vision Grey Blue" - besprühen gerade die Wände ihres neuen Proberaums. "Es dauert nicht mehr lange, dann ist er fertig, eigentlich wollten wir ihn schon heute Abend einweihen," sagen sie. Vor zwei Jahren hat der Verwaltungsausschuß den Jugendlichen von "United Noise" grünes Licht zum Ausbau der herunter gekommenen Gebäude gegeben. Getan hat sich inzwischen einiges: Von den zwölf genehmigten Proberäumen sind die meisten schon von Grund auf renoviert und werden teilweise von mehreren Bands genutzt. Auch die Toiletten sind vollständig ausgebaut worden, die Wände wurden mit einem Fliesenmosaik verschönert. Als nächstes wollen die Mitglieder das ehemalige Lager der Werke sanieren. Wenn alles gut geht, wird dort bald ein Vereins- und Konzertraum entstehen. Billig wird dieser Umbau aber nicht. Da Auflagen erfüllt werden müssen, veranschlagt die Initiative mehr als 5000 Euro. Das Problem: Von der Stadt wird "United Noise" finanziell nicht unterstützt, deshalb trägt sich der Verein über Mitgliedsbeiträge und die Raummieten. Der bisherige Ausbau erfolgte durch die Mittel der Aktion Mensch e. V. Außerdem belegte der Verein bei dem Sparkassen-Wettbewerb "Jugend engagiert in Schaumburg" den ersten Platz. Letzten Endes kann das Projekt aber nur gelingen, weil rund ein Viertel der Mitglieder - derzeit sind es 60 - bei den Arbeiten mit anpackt. "Wir machen hier alles in Eigenleistung und Schritt für Schritt," meint Harms. Ins Leben gerufen wurde die Initiative "United Noise" 2002. Damals gab es kaum Orte an denen Jugendliche sich treffen und Musik machen konnten. "Wir haben dann am Bahnhof oder den Schlossarkaden abgehangen und wurden von dort immer wieder vertrieben," erinnert sich Björn Harms, Vorsitzender des Vereins. Vor allem Proberäume wurden damals händeringend gesucht. Harms: "Ich bin dann mal zufällig hier am ehemaligen Kronenwerksgeläde lang gegangen und habe mich gefragt, ob man sich hier nicht einmieten kann." Durch einen Zufall waren damals auch die Eigentümerdes Areals - Maik Timpe, Clemens Kopka, Bernd Heinze - vor Ort. Harms konnte sie für die Sache begeistern und fortan unterstützten die drei Gründer der "Kronenwerke GbR" die Initiative. Aus kleinen Anfängen ist ein ganzes Netzwerk von Ideen und Projekten entstanden. Nach wie vor ist es ein wichtiges Anliegen des Vereins, lokalen Nachwuchsbands Übungsräume zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich unternimmt die Gruppe Ausflüge, fährt gemeinsam auf Festivals oder grillt zusammen im Innenhof. In Workshops lernen die jungen Musiker beispielsweise, wie man eine Demo-CD aufnimmt. Und das für den 26. August geplante "9. United-Noise-Festival" bietet dem Nachwuchs zudem eine Gelegenheit, sich vor Publikum zu präsentieren. Und wem das noch nicht reicht: Für eine weitergehende Vermarktung hat der Verein beste Kontakte zur Bookingagentur des stellvertretenden Vorsitzenden Oliver Werner. Bei dem Festival am 26. August werden auf der überdachten Bühne nur hauseigene Bands spielen. Mit dabei sind: Distance in Embrace, Safety First Gonzales, Bad Nenndorf Boys, Presence of Mind, Never Void, Steel´iver, Carving Scars und Quake.




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