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Unstimmigkeit wegen Schreibens zu Thermen-Verkauf / Verwaltung kann nicht an die Poststraße ziehen

Initiative kam vom Land

Bad Nenndorf. In Politikerkreisen ist eine Diskussion aufgekommen, welche Seite wohl die Verhandlungen zur Übernahme der Landgrafenklinik angestoßen hat: das Land Niedersachsen oder die Stadt Bad Nenndorf? Die Frage ist durchaus brisant, weil es Politiker aller Fraktionen lieber gesehen hätten, wenn es diese Verhandlungen gar nicht gäbe.

veröffentlicht am 07.04.2016 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

07. April 2016 18:30 Uhr

Bad Nenndorf. In Politikerkreisen ist eine Diskussion aufgekommen, welche Seite wohl die Verhandlungen zur Übernahme der Landgrafenklinik angestoßen hat: das Land Niedersachsen oder die Stadt Bad Nenndorf? Die Frage ist durchaus brisant, weil es Politiker aller Fraktionen lieber gesehen hätten, wenn es diese Verhandlungen gar nicht gäbe.

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Hätte nun Stadtdirektor Mike Schmidt die Sondierung ins Rollen gebracht, wäre ihm wohl mächtig Kritik entgegengeschlagen. Die Debatte befeuert hat ein internes Schreiben der Staatsbadführung an die eigenen Mitarbeiter, das auch dieser Zeitung vorliegt. Daraus geht hervor, dass das Land Niedersachsen der Stadt die beiden Gebäude an der Poststraße zur Unterbringung der Verwaltung anbieten wollte. Im Zuge dieser Gespräche sei „das Interesse der Stadt Bad Nenndorf entstanden“, auch die Therme zu übernehmen.

Doch der Geschäftsführer des Staatsbades, Maik Fischer, hat sich mittlerweile von diesem Wortlaut distanziert. Die Chronologie sei verkehrt wiedergegeben worden. Seines Wissens ging die Initiative vom Land aus, die Stadt sei zu Gesprächen über die Therme gebeten worden. Dabei sei dann die Idee entstanden, die beiden Gebäude an der Poststraße auch in die Verhandlungen einzubeziehen.

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So hatte es auch Schmidt dargestellt. Die beiden Gebäude – die ehemalige Kurverwaltung und das sogenannte Zander-Haus – seien als Option für den neuen Rathausstandort infrage gekommen. Das Land sehe den Komplex Therme/Kurverwaltung/Zander-Haus ohnehin als ein Ganzes. Dass er auf das Land zugegangen sei, um welchen Teil auch immer – Therme oder die anderen Gebäude – in den Besitz der Stadt zu bringen, stimme nicht. Er sei vielmehr zu einem Gespräch ins Finanzministerium eingeladen worden.

Und auch mit der Rathaus-Option ist es schon wieder aus. Nach Worten Schmidts passt die Verwaltung nicht in die beiden Gebäude an der Poststraße. Und eine Aufteilung der Rathausmannschaft auf drei Standorte komme aus seiner Sicht nicht infrage. Darüber hinaus fehlen an der Poststraße Parkplätze für die Belegschaft.

Die Verhandlungen zur Therme geht der Stadtdirektor zurückhaltend aber nicht ablehnend an. Er habe einen ersten Blick in die Zahlen des Badebetriebes geworfen und festgestellt, dass das Defizit weitaus geringer ist, als gemeinhin angenommen wird. Doch für eine exakte Beurteilung sei es noch zu früh.gus