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Vor Gericht: Bewährungsstrafe für 31-Jährige wegen Liebesbeziehung mit 13-Jähriger

"Irgendwann ist es ganz ausgeartet"

Rinteln (maf). Eine 31-jährige Rintelnerin, die im Frühjahr 2004 ein damals 13 Jahre altes Mädchen sexuell missbraucht hatte, ist nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden: Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost ahndete diese Tat, einen trickreichen Diebstahl der arbeitslosen Frau und das Überlassen von Betäubungsmitteln an Minderjährige mit einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten auf Bewährung.

veröffentlicht am 09.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Der Fall: Vor drei Jahren traf sich das Mädchen (13) häufig mit einer Gruppe von Jugendlichen am Bahnhof. Über eine Bekannte lernte die Schülerin die Angeklagte kennen und hielt sich schon bald regelmäßig in deren Wohnung auf. Dort waren oft auch andere junge Leute, es wurde reichlich Alkohol getrunken und auch mal Haschisch geraucht. Im Frühjahr 2004 kamen sich die arbeitslose Frau und die Schülerin näher. Beide waren sehr einsam, sehnten sich nach Zuwendung und gingen schließlich eine drei Monate anhaltende Liebesbeziehung ein. Das Mädchen übernachtete bei der 15 Jahre älteren Frau, schrieb Liebesbriefe, wurde vom Vater gesucht und versteckte sich auf dem Dachboden vor der Polizei. In jener Zeit kam es auch zu sexuellen Handlungen, in einem Fall zur wechselseitigen Einführung eines Dildos. "Irgendwann ist es ganz ausgeartet", erinnerte sich die heute 16 Jahre alte Schülerin an die tragische Liebesbeziehung. Neben diesem sexuellen Missbrauch wurde die Angeklagte auch wegen eines trickreichen gemeinschaftlichen Diebstahls verurteilt. Zusammen mit einer Bekannten (19) und deren Bruder besuchte die Rintelnerin eines Tages einen Nachbarn. Während die mitangeklagte Bekannte - sie muss nun 40 Stunden gemeinnützig arbeiten - den Nachbarn ablenkte, klauten die beiden anderen Besucher 500 Euro aus der Wohnung und teilten das Geld dann untereinander auf. Außerdem verstieß die Angeklagte gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zu jener Zeit hatte sie sich Haschisch besorgt und einmal drei Minderjährige mitrauchen lassen. "Da haben sich zwei verlorene Seelen gefunden", kommentierte Staatsanwalt Frank Hirt den sexuellen Missbrauch. Während er zwei Jahre und sieben Monate Haft forderte, erkannte das Gericht auf eine Bewährungsstrafe.




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