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Bundeswehr äußert sich zum Kauf von Flugstunden vom ADAC

„Irgendwo mussten wir diese Stunden herbekommen“

BÜCKEBURG. Die Bundeswehr hat sich auf Nachfrage unserer Zeitung noch einmal detailliert zum Kauf von 6500 Flugstunden für rund 21 Millionen Euro von einer Firma des ADAC geäußert. Wie berichtet sollen ab März 2018 Hubschrauberpiloten auf vier Hubschraubern des Modells H135 T3 fliegen, damit ihre Fluglizenzen nicht verfallen. Die vier Hubschrauber werden in Bückeburg stationiert. Die militärische Ausbildung wird weiterhin auf Bundeswehr-Maschinen erfolgen. „Irgendwo mussten wir diese Stunden herbekommen – und das möglichst schnell“, sagte ein Sprecher des zuständigen Presse- und Informationszentrums.

veröffentlicht am 11.01.2018 um 16:03 Uhr
aktualisiert am 11.01.2018 um 18:00 Uhr

Die EC 135 T1-Flotte auf dem Flugplatz Achum. Foto: Archiv
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Die Bundeswehr hat sich auf Nachfrage unserer Zeitung noch einmal detailliert zum Kauf von 6500 Flugstunden für rund 21 Millionen Euro von einer Firma des ADAC geäußert. Wie berichtet sollen ab März 2018 Hubschrauberpiloten auf vier Hubschraubern des Modells H135 T3 fliegen, damit ihre Fluglizenzen nicht verfallen. Die vier Hubschrauber werden in Bückeburg stationiert. Die militärische Ausbildung wird weiterhin auf Bundeswehr-Maschinen erfolgen.

Wie ein Sprecher des zuständigen Presse- und Informationszentrums AIN des für den Vertrag zuständigen Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mitteilte, würden die Flugstunden der zusätzlichen H135 T3 für Stunden benötigt, die auf den Hubschraubertypen „Tiger“ und NH90 nicht geleistet werden könnten. Es gehe um spezielle Landemanöver, die geübt werden müssten, damit die Lizenzen bereits ausgebildeter Piloten nicht verfallen. „Irgendwo mussten wir diese Stunden herbekommen – und das möglichst schnell“, sagte der Sprecher im Hinblick auf die hinlänglich bekannten technischen Probleme bei Tiger und insbesondere dem NH90. Die zusätzlichen Maschinen würden für den Lizenzerhalt von Piloten aller drei Teilstreitkräfte benötigt, also für Heer, Luftwaffe und Marine.

Wie der Sprecher weiter sagte, würden die zusätzlichen Kapazitäten der ADAC-Hubschrauber benötigt, da die bereits auf dem Flugplatz in Achum stationierten 15 Exemplare der EC-135, einem Vorgängermodell der H135 T3, komplett ausgelastet sind. Diese Kapazitäten seien für die fliegerische Grundausbildung voll ausgeschöpft und würden für die Ausbildung angehender Piloten benötigt.

Die für den Schulungsbetrieb angehender Piloten genutzten EC-135 würden gemäß den vertraglichen Vorgaben mit Airbus Helicopters Deutschland dem Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Der Bereitstellungsgrad liege seit Jahren nahe 100 Prozent. Der Sprecher reagierte damit auf Gerüchte, dass es auch bei der EC-135 T1 in der Vergangenheit technische Probleme gegeben haben soll.

Die 15 Exemplare der EC-135 T1 in Bückeburg-Achum werden bereits seit ihrer Indienststellung von Airbus Helicopters betreut, gewartet, instand gesetzt und für den Schulungsbetrieb bereitgestellt. 7000 Flugstunden jährlich können vom IHAZ angefordert werden. Für die Basisausbildung von Hubschrauberpiloten sind seit März 2017 sechs zivile Hubschrauber des Typs Bell 206 B3 stationiert, die auf Basis eines entsprechenden Vertrags von der Motorflug Baden-Baden GmbH bereitgestellt werden.

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