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10 000 Quadratmeter großes Maislabyrinth neben McDonalds / "Wollen davon profitieren"

Irrgarten-Spaß zum Preis eines Hamburgers

Rehren (rnk). Das Gewerbegebiet hat eine neue Attraktion, die allerdings nur bis Anfang Oktober zu bestaunen ist: das größte Maislabyrinth, das das Auetal je gesehen hat. Auf 10 000 Quadratmetern haben Karl-Ludwig Gellermann und Frank Kirchner ihren Irrgarten angelegt - direkt neben McDonalds.

veröffentlicht am 07.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Und das ist auch so geplant gewesen, erzählen der Altenhäger Gellermann und der in Bodenengern lebende Kirchner: Schließlich sei der Fast-Food-Riese ein Kundenmagnet. Und davon solle auch das Maislabyrinth profitieren: Von der McDonalds-Terrasse aus ist das Hinweisschild bestens zu sehen. Reich, so sind sich beide sicher, werden sie davon nicht. Aber es rechne sich, meint Gellermann. Daher haben beide das Land gepachtet und dann den Irrweg geplant. Ein bisschen Erfahrung haben sie, vor allem Gellermann, der zum achten Mal ein Maislabyrinth eröffnet. "Ein paar Euro bleiben übrig", meint er. Der Eintrittspreis ist niedrig: Erwachsene zahlen 1,50 Euro, Kinder sind mit dem Gegenwert eines Hamburgers dabei: ein Euro. Und selbst wenn keiner kommen sollte, bleibt beiden ja immer noch der reineMaisertrag. Wie legt man einen natürlichen Irrgarten an? "Ganz einfach", erklärt das Duo: "Man fängt mit dem Hauptweg an und danach werden die Nebenwege angelegt." Zu schwer darf es nicht sein, damit die Kunden nicht die Lust verlieren (kleiner Scherz von Kirchner: "Wir wollen auch keinen im Herbst beim Häckseln finden"), zu nahe am Aussichtsturm, der kurz vor dem Ausgang auf den Labyrinthbesucher wartet, dürfen die Wege allerdings auch nicht vorbeilaufen. Dann werden nämlich von den Kunden schlicht und ergreifend neue Wege angelegt: Querwege, die dann direkt zum Turm führen. Nicht zu simpel, aber auch nicht zu schwer - so sieht für Gellermann ein gutes Maislabyrinth aus. Der Altenhäger probiert gerne etwas Neues aus: Er war einer der ersten in Niedersachsen (und erster im Auetal), der einen Blumen- und Obstgarten neben der Straße anlegte, in dem sich die Autofahrer gegen geringe Gebühr bedienen durften, er schnitzt heute gerne mit der Motorsäge Pilze oder Mühlen aus Holz, die als Vorgartenzier ebenfalls ihre Abnehmer finden. "Ich bin neugierig, was funktioniert", erklärt er. In Springe, wo er vor Jahren ein Maislabyrinth anlegte, hat erübrigens gelernt, dass Abstand zwischen Weg und Turm wichtig ist. Damals gab es zudem kostenlose Reklame: Ein paar Jugendliche aus der rechten Szene hatten nachts auf dem Turm im Feld lautstark gefeiert und sich dann, als die Polizei erschien und sie aufforderte, herauszukommen, schlicht geweigert. Die Polizei forderte einen Hubschrauber an, die Geschichte schaffte es in den überregionalen Teil mancher Zeitung. Danach, so erinnert sich Gellermann, "brummte das Ding."

Frank Kirchner (l.), Karl-Ludwig Gellermann: Reich wird man nicht, aber "es rechnet sich".



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