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Kein einziger Drogeriemarkt in der Samtgemeinde Nienstädt / „Es sind einfach keine Anfragen da“

„Ja, wir sind unterversorgt“

Nienstädt. „Ja, wir sind unterversorgt, das muss man wohl so sehen.“ Mit diesen Worten bewertet Nienstädts Bürgermeister Gerd Widdel die Lage des Ortes mit Blick auf Lebensmittel- und speziell Drogeriemärkte.

veröffentlicht am 27.09.2013 um 18:43 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:22 Uhr

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Schon geraume Zeit gibt es in der ganzen Samtgemeinde mit ihren 9500 Einwohnern keinen einzigen Drogeriemarkt mehr – seitdem die Kette Schlecker in die Insolvenz gegangen ist. Vor einigen Jahren hatte es hier sogar zwei Schlecker-Filialen gegeben.

Das frühere Schlecker-Ladengeschäft steht nach wie vor leer. „Wir hatten damals an die Drogeriefirma Rossmann geschrieben und den Standort dargeboten“, berichtete Samtgemeindebürgermeister Ditmar Köritz. Rossmann habe schriftlich abgesagt, es fehle die Aussicht auf Wirtschaftlichkeit. Unter anderem sei der große Rossmann-Standort an der Stadthäger Obernstraße zu nah.

Auch an die Drogeriemarktkette „dm“ war die Verwaltung herangetreten. Nur um die Auskunft zu bekommen, dass diese Firma lediglich in Mittel- und Oberzentren Filialen einrichte. Da fällt das Grundzentrum Nienstädt heraus. „Selbst Obernkirchen hatte in dem Zeitraum eine solche Auskunft erhalten“, erinnerte sich Köritz. Bei Drogeriewaren müsse in Nienstädt „von einer klaren Unterversorgung“ gesprochen werden, räumte Köritz ein.

Die Verwaltungen hätten nur wenig Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen, betonte Köritz. Direkt verantwortlich für Gewerbeansiedlungen seien die Mitgliedsgemeinden. „Wenn wir Anfragen bekommen, versuchen wir sofort zu vermitteln“, sagte Köritz, „aber es sind einfach keine da.“

Als „nicht zufriedenstellend“ sieht Köritz nach der Aldi-Schließung auch die Situation der Lebensmittelmärkte in der Gemeinde Nienstädt. Dort gibt es seit einiger Zeit nur noch den Penny-Markt. „Das ist für 4500 Einwohner nicht optimal“, so Köritz. „Ein Mitbewerber wäre gut“, ergänzte Widdel, „aber wir müssen doch schon froh sein, dass wir wenigstens eine zentrale Einkaufsgelegenheit haben.“

Auch das ehemalige Aldi-Ladengeschäft bietet den Anblick gähnender Leere. „Wir können da wenig tun“, gesteht Widdel ein. Baurechtlich gebe es für einen potenziellen Nachfolger keinerlei Beschränkungen, „da machen wir alles möglich“. Der Bürgermeister unterstreicht aber: „Wir sind als Gemeinde aber kein Immobilienmakler, wir können doch kein Geld in die Hand nehmen und aktive Werbung für eine Ansiedlung machen.“ Die Verwaltung könne nur auf Anfragen reagieren, „aber wenn keine kommen, dann geht eben nichts.“

An die Aufstellung einer Info-Tafel an der B 65, auf der die Aldi-Immobilie als Standort für einen Einkaufsmarkt angepriesen wird, werde in politischen Kreisen allerdings schon gedacht.

Im nördlichen Teil der Samtgemeinde gibt es nach Darstellung von Köritz mit Blick auf Lebensmittelmärkte übrigens keine Probleme – es gebe Edeka in Bergkrug sowie Lidl und den Einkaufsmarkt Graf in Hespe.




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