weather-image
15°
×

Hauptzollamt schlägt in den Abendstunden zu / Keine lebensmittelrechtlichen Probleme

Jagd auf Schwarzarbeiter in Chinalokal

Rinteln (ur). Nirgendwo wird wohl so viel schwarz gearbeitet wie auf dem Bau und in der Gastronomie - und entsprechend eifrig gehen die dafür verantwortlichen Behörden entsprechenden Verdachtsfällen gerade in diesen Branchen nach.

veröffentlicht am 08.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

In der vergangenen Woche hat in Rinteln die "Stunde der Wahrheit" für die Betreiber und Mitarbeiter eines neu eröffneten Chinarestaurants in der Innenstadt geschlagen - ein Überraschungscoup, dem der Erfolg nicht versagt geblieben ist. Fünf Beamte der "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" des für Rinteln zuständigen Hauptzollamts Hannover betraten das Lokal gegen 21 Uhr - wo sich beim Betreten der Küche eine männliche Person dieser Kontrolle durch die Flucht entzog, während die Gäste im Restaurant gar nicht bemerkten, was da vor sich ging. Ein weiterer Mann in der Küche konnte die erforderliche Arbeitsgenehmigung nicht vorweisen. Bei der anschließenden Überprüfung von zwei Kellern im Restaurantbereich stellte sich heraus, dass diese Männer gleichzeitig Leistungen der Bundesagentur der Arbeit beziehen, ohne dass die Arbeitsaufnahme dort bislang angezeigt worden ist. Gegen die Leistungsbezieher wurde sofort ein Verwarnungsgeld verhängt. Wegen der fehlenden Arbeitsgenehmigungen wurde inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen die betroffenen Arbeitnehmer und gegen die Inhaber des Restaurants eingeleitet. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Behördensprecher Hans-Werner Vischer aus Hannover ergänzend zur offiziellen Pressemitteilung des Hauptzollamts: "Wir führen solche Einsätze zum einen auf Hinweise aus der Bevölkerung durch, aber gelegentlich auch in eigener Initiative. Wenn wir dabei auf gravierende hygienische Probleme stoßen, dokumentieren wir dasmit Fotos und geben diese Beobachtungen an das zuständige Ordnungsamt weiter." Beim Ordnungsamt Rinteln indessen ist von solchen Meldungen im Rahmen der Amtshilfe nicht bekannt: Man darf also davon ausgehen, dass zwar unter Umständen schwarz, aber ansonsten zugleich sauber gearbeitet wurde und keine lebensmittelrechtlichen Verstöße oder gesundheitliche Bedenken vorlagen. "Es gibt jedenfalls von Seiten des Ordnungsamtes auch keinen Grund, an der persönlichen Zuverlässigkeit des Betreibers zu zweifeln und gegen das Lokal vorzugehen", heißt es dazu ergänzend von Bürgermeister Karl Heinz Buchholz.




Anzeige
Anzeige