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Grundschüler besuchen Hof Tecklenburg / "Vom Korn zum Brot" / Dinkel eine Vorstufe des Weizens

Jede Menge Arbeit bis zum leckeren Butterbrot

Luhden (sig). "Das fühlt sich an wie Wackelpudding und schmeckt milchig", sagte ein Junge. Er hatte ein Weizenkorn in den Mund genommen, das ihm die Landwirtin Marina Tecklenburg zum Kosten gegeben hatte. Zusammen mit anderen Jungen und Mädchen der Grundschule am Harrl aus Bückeburg hatte er an einem Projekt teilgenommen, das unter dem Motto "Vom Korn zum Brot" steht und vom Landvolk Niedersachsen zusammen mit den Landfrauen umgesetzt wi rd.

veröffentlicht am 12.07.2008 um 00:00 Uhr

Mit eingebunden in diese Aktion sind Heidrun John aus Luhden und Dagmar Tetau aus Eisbergen. Alles heimische Landfrauen, die sich dafür einsetzen, bei den jungen Menschen das Wissen um die Arbeit und die Bedeutung der Landwirtschaft zu verbessern. Marina Tecklenburg: "Darüber hinaus möchten wir das Verständnis der Bevölkerung für die Landwirte verbessern, wenn zum Beispiel die Mähdrescher sonntags brummen, um das reife Korn zu ernten." Schon der Blicküber die leicht wogenden Ähren auf dem 16 Morgen großen Weizenfeld, das voll in der Morgensonne lag, war das frühe Aufstehen wert. Aber die Kinder ließen sich davon nicht ablenken, sondern hörten aufmerksam zu, als ihnen Marina Tecklenburg erklärte, wie aus einem ausgesäten Korn bis zu sieben Halme wachsen können und über 300 Körner geerntet werden. Beim Bemühen, solche Körner zwischen Steinen zu zermahlen, stellten die Jungen und Mädchen fest, dass es die Menschen früher nicht leicht hatten, ohne moderne technische Hilfsmittel Mehl herzustellen. Auf dem Luhdener Bauernhof gibt es noch ein spezielles Fahrrad, mit dem man eine Getreidemühle antreiben konnte. In einem Karton waren die verschiedenen Getreidesorten wie Gerste, Hafer, Roggen, Mais und Weizen zu sehen. Erfreuliche Feststellung: Die Kinder konnten sie gut auseinanderhalten. Damit hatten sie sich nämlich bereits im Schulunterricht in ihrer vierten Klasse befasst. Sie erfuhren auf dem Bauernhof aber auch, dass Dinkel eine Vorstufe des Weizens ist, dessen Geschmack und Backeigenschaften durch entsprechende Züchtung immer weiter verbessert wurden. Die jungen Gäste durften aus Dinkelkörnern Vollkornmehl mahlen und daraus Waffeln herstellen. Es hätte ebenso Brot gebacken werden können, das die Kinder zum Kosten bekamen - natürlich mit frischer Butter. Mit Begeisterung schüttelten sie einige mit Sahne gefüllte Gläser und beobachteten dabei, wie sich die Fettkügelchen bildeten und etwas später der beliebte gelbe Brotaufstrich. Natürlich durfte eine Besichtigung des großen Melkstandes nicht fehlen. Großes Staunen löste die Mitteilung aus, dass eine leistungsfähige Kuh an einem Tag zweimal 25 Liter Milch gibt. Das Abholen übernimmt das bekannte Milchwerk Humana, das daraus eine Vielzahl von Produkten herstellt. Die Kinder konnten Portionspackungen probieren, in denen sich Vanille-, Schoko- oder Erdbeermilch befand. Bei einem Rundgang durch das moderne und gut belüftete Stallgebäude bekamen die jungen Gäste neben den vielen Kühen und Rindern auch den einzeln untergebrachten Bullen zu sehen. Kommentar eines verschmitzt lächelnden Jungen: "Der hat es aber gut mit so vielen Frauen."




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