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Trotz Teilnehmerschwund: Bückeburger Narren lassen sich die Laune nicht verderben

Jetzt erst recht

BÜCKEBURG. Selbst mit dem wohlmeinendsten Blickwinkel ließ es sich nicht leugnen: Die ganz großen Jahre der Bückeburger Rosenmontagsfete scheinen vorbei zu sein.

veröffentlicht am 13.02.2018 um 12:54 Uhr
aktualisiert am 13.02.2018 um 17:20 Uhr

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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Auch zu vorgerückter Stunde des wie immer von den Veranstaltungsspezialisten BDT für die Blindow-Schulen ausgerichteten und organisierten Events, zu der normalerweise der verspätete, aber irgendwann dann doch gewohnt fulminante Andrang an feier- und verkleidungsfreudigem Party-Volk im Rathaussaal aufschlug, waren diesmal die Lücken unübersehbar. Was nicht wenige – auch und gerade in den Reihen der Gäste – bedauerten: Denn an Beschallungs- und Lichttechnik hatten es die BDT-Mannen erneut nicht mangeln lassen, um im Rathaussaal die Nacht zum närrischen Tag zu machen.

Einst weit über
1000 Gäste

Und auch Ratskeller-Wirtin Jennifer Mohme-Xhata, erstmalig in der Rolle der gastronomischen Gastgeberin des Narren-Aufgalopps, hatte es an nichts fehlen lassen.

Diejenigen, die gekommen waren, ließen es auch weder an ausgelassener Feierfreude noch an fantasievollen Verkleidungen fehlen: „Wir lassen uns doch die Laune nicht verderben!“ schien als allgemeines Motto ausgegeben und in die närrische Tat umgesetzt. Für die passenden Beats sorgte dabei an den Reglern nicht nur Stamm-DJ Fynn Lennox, sondern mit Frank Maciejewski alias „DJ Matzi“ auch eine echte Legende der heimischen Partyszene: Seit genau 30 Jahren legt der Bückeburger bei BDT auf, das erste Mal 1988 bei einer großen Rathaussaal-Fete für den VfL Bückeburg, und kurz darauf auch an jenem denkwürdigen 6. Februar 1989, als sich bei der Rosenmontagsparty im Rathaussaal weit über tausend Gäste – einige Berichterstatter sprachen sogar von bis zu zweitausend – tummelten. Wovon die Veranstalter heute nur noch in melancholischen Erinnerungen schwelgen können.

Woran liegt’s, dass das einstmals so ungemein beliebte Party-Glanzlicht, einsamer Stern am Firmament heimischer Rosenmontags-Veranstaltungen, seine Strahlkraft von Jahr zu Jahr mehr einbüßt? Irgendeine Art von Konkurrenzveranstaltung ist nach wie vor nicht in Sicht, und die Erklärung, es fehle in Bückeburg einfach an ausreichend Blindow-Schülern und Bundeswehrsoldaten, aus denen sich früher ein Großteil der Gästeschar rekrutierte, greift sicherlich zu kurz.

Schon im vergangenen Jahr hatte BDT-Chef Marinus Kienzl generell veränderte Gewohnheiten im Freizeitverhalten heutiger junger Leute ausgemacht, verglichen mit Zeiten Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre, als am Rosenmontag lange Schlangen vor dem Rathaussaal auf Einlass warteten und spätestens ab 21 Uhr im Saal kaum noch ein Durchkommen war. Insbesondere die Tatsache, dass aufgrund der veränderten Arbeitswelt heutzutage immer seltener unter der Woche abends weggegangen wird, scheint da eine maßgebliche Ursache zu bilden – ein Umstand, der gerade die Rosenmontagsfete trifft, die nun einmal naturgemäß immer auf einen Montag fällt. Wie dem zu begegnen ist? Ein zündendes Patentrezept scheinen Marinus Kienzl & Co. trotz technisch perfekter Organisation und Ausstattung noch nicht gefunden zu haben. Es wäre fraglos schade, wenn diese traditionsreiche Veranstaltung den Generationswechsel nicht schaffen würde.

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