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Weltweit wird der Weizen knapper / Ernte 2010 in Schaumburg ist durchschnittlich ausgefallen

Jetzt werden die Getreidevorräte aufgebraucht

Landkreis (svb). „Nach nur drei Jahren mit einer leichten Entspannung der weltweiten Versorgungslage bei Getreide klafft im laufenden Wirtschaftsjahr nach ersten Schätzungen erneut eine Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch“, hat der Landvolk-Pressedienst gemeldet.

veröffentlicht am 05.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:42 Uhr

Die Getreideernte im Wirtschaftsjahr 2009/2010 fällt mit 1787,9 Millionen Tonnen fünf Millionen Tonnen geringer aus als in dem „Rekordjahr“ 2008/2009. Der Verbrauch stieg hingegen auf 1752,3 Millionen Tonnen an. Die Ernte im laufenden Jahr wird nach den bisherigen Schätzungen den weiter steigenden Bedarf nicht mehr decken können.

Experten erwarten einen Rückgang der Erntemenge auf 1730,2 Millionen Tonnen, während der Verbrauch mit 1787,5 Millionen Tonnen den bisher höchsten Stand erreichen dürfte. „Der Bestand kann dann nur durch einen kräftigen Abbau der Lagerbestände gedeckt werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

In Schaumburg konnte das Ernteniveau des Vorjahres „knapp gehalten werden“, erklärte Kreislandwirt Heinz Schweer. Weil auch hier die Nachfrage nach Getreide größer werde, stiegen auch die Preise. Die „Weizenpreise ziehen etwas an“, meinte Schweer.

Dieses Jahr sei durch den Wetterumschwung Mitte August in Schaumburg nur eine „ertragsmäßig durchschnittliche Ernte“ eingefahren worden. Bis zum 20. August haben die Landwirte Brotweizen geerntet. „Der danach geerntete Weizen“, so Schweer, „taugte nur noch als Futterweizen.“

Zu dem weltweiten Versorgungsengpass hätten allerdings die noch schlechteren Ernten in den osteuropäischen Ländern geführt, erklärte der Kreislandwirt. Aus Russland seien beispielsweise generell alle Getreideexporte gestoppt worden, und das Exportvolumen aus der Ukraine sei auf eine geringe Menge reduziert worden.

Weil das Getreide jetzt hauptsächlich aus den USA und Europa in den Nahen Osten verschifft wird, entstehe praktisch „ein Sog aus dem Mittelmeer“, veranschaulichte Schweer. Die Getreidevorräte, die in den vergangenen zwei Jahren erwirtschaftet werden konnten, würden jetzt wieder aufgebraucht, ist sich auch der Kreislandwirt sicher.




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