weather-image
×

Obst- und Gartenbauverein Obernkirchen ist 70 – und erinnert an seine Geschichte

Jubiläum und ein „Appelball“: Gartenfreunde lassen sich feiern

Der Chef niedersächsischer Gartenbauvereine, Dieter Kellermeier (l.), gratuliert Werner Kütemeier zum 70-jährigen Bestehens seines Vereins.

veröffentlicht am 31.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:42 Uhr

Obernkirchen (sig). Eigentlich ist der Obst- und Gartenbauverein der Bergstadt schon fast 90 Jahre alt. Er hatte nämlich einen Vorläufer Anfang der „goldenen“ zwanziger Jahre. Das war einem Vereinsbuch zu entnehmen, das leider heute nicht mehr auffindbar ist. Deshalb blieben die heimischen Gartenfreunde bescheiden und feierten am vergangenen Wochenende nur ihr 70-jähriges Bestehen.

Unter den Mitgliedsvereinen des Landesverbandes ist der Obernkirchener der jüngste. Den ersten Platz belegt Rinteln mit 132 Jahren vor Stadthagen (128) und Barsinghausen (102).

In Niedersachsen haben sich im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Gartenfreunde zusammengeschlossen. Der Grund dafür lag auf der Hand: Es gab damals nämlich Bezugsscheine für Pflanzen, Saatgut, Düngemittel, Gartengeräte und für Produkte zur Schädlingsbekämpfung.

Drei Jahrzehnte später wurden die meisten Vereine dieser Art wieder aufgelöst. Ihre Funktion hatte sich geändert oder erübrigt. In vielen Fällen wurden aus den Nutzgärten nämlich Freizeitgärten. Nur in der Region Hannover und im Landkreis Schaumburg existieren heute noch einige Gartenbauvereine. Fünf von ihnen sind im Landesverband Niedersachsen zusammengeschlossen.

Vor 1940 gehörten die Obernkirchener Gartenfreunde dem Kreisgartenbauverein Stadthagen an. Die Vorbesprechung der Interessenten aus der Bergstadt gab es am 14. Januar 1940 im Gasthaus „Falle“. Drei Monate später folgte im Ratskeller die erste Versammlung. Dabei wurde festgestellt, dass es bereits von Juni 1921 bis Mai 1922 einen eigenständigen Obst- und Gartenbauverein gegeben hat.

Die im zweiten Kriegsjahr neu ins Leben gerufene Gemeinschaft sorgte dafür, dass die Mitglieder mit Hilfe von Bezugsscheinen Geräte, Saat- und Pflanzgut erhielten. Außerdem wurden, unter anderem durch Vorträge, nützliche Informationen zu allen Bereichen der Gartenpflege vermittelt. Einen zusätzlichen Bekanntheitsgrad erzielte der Verein durch seine Schnittkurse für Obstbäume, die vor allem Herbert Achter abhielt.

Dazu kamen noch der „Appelball“, Lehrfahrten zu Gartenschauen und zu Saatzuchtbetrieben, außerdem Wanderungen, Spielnachmittage und anderes mehr. Nach Kräften unterstützt wurde auch die Aktion „Obernkirchen blüht auf“.

Landesvorsitzender Dieter Kellermeier aus Stadthagen, der sich intensiv mit der Historie der heimischen Gartenfreunde befasst hat, gratulierte dem gastgebenden Verein bei der Jubiläumsveranstaltung im Restaurant „Am Sonnenbrink“. Er überreichte dem Ersten Vorsitzenden Werner Kütemeier den Bildband „Die landesherrlichen Gärten in Schaumburg-Lippe“.

Kütemeier verlas das Protokoll der Gründungsversammlung, das zu einem Dokument nicht nur der Lokalgeschichte geworden ist. Es enthält die Namen der Männer, die damals den vorläufigen Vorstand bildeten.

Bürgermeister Oliver Schäfer und die Vertreter mehrerer niedersächsischer Gartenbauvereine sowie die Imker und der Verkehrs- und Verschönerungsverein gratulierten zum Jubiläum und übergaben Gastgeschenke. Für einen bunten Farbtupfer im Ablauf des Festnachmittags sorgte ein kostümiertes sangesfreudiges Quintett.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige