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Politik will erneut 400-Euro-Kraft

Jugendarbeit: Stadt soll Stelle wieder besetzen

Rodenberg (bab). Die Fraktionen wollen nach den Sommerferienüber die Zukunft der Jugendarbeit in der Stadt sprechen. Für die ausgeschiedene Jugendpflegerin wird eine neue Kraft gesucht. Die CDU/WGR-Mehrheitsfraktion will an dem 400-Euro-Job festhalten. Ebenso wie die SPD denkt die Mehrheitsfraktion aber auch über interkommunale Zusammenarbeit nach.

veröffentlicht am 21.07.2008 um 00:00 Uhr

CDU-Sprecher Carsten Schulz hat nach wie vor die Haushaltslage im Blick. "Fakt ist, das wir kein Geld für eine volle oder halbe Stelle im Haushalt haben", sagt Schulz. Der CDU-Fraktionschef widerspricht der Kritik der Jugendpflegerin Tanja Kluge. Sie hatte behauptet, dass ein 400-Euro-Job "ein Witz sei" für die Jugendarbeit (wir berichteten). "400 Euro ist besser, als dass man gar nichts macht", sagt Schulz. Der gleichen Ansicht ist WGR-Vorsitzender und Gruppenpartner der CDU, Ralf Sassmann. "Wir haben das als WGR irgendwann initiiert", sagt Sassmann zu der Jugendpflegestelle. Er sei froh, dass es bei diesem Thema einen Konsens aller Parteien im Rat gebe. "Das ist von allen abgesegnet." Grundsätzlich handele es sich dabei nämlich um eine freiwillige Leistung der Kommune, wie Schulz und Sassmann anmerken. Ebenso wie CDU und WGR will auch die SPD die Jugendausschusssitzung nach den Ferien abwarten, um neu zu beraten. SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Brand ist ebenfalls der Ansicht, den Umfang der derzeitigen Stelle vorerst beizubehalten und diese auf ein Jahr zu befristen. "Danach kann man unabhängig vom Zeitdruck überlegen", sagt Brand. Es sei zu klären, ob es wirklich nur um die Betreuung von rund zehn Jugendlichen im "Magic House" gehe, oder ob da "noch mehr drin ist". "Wir machen schon sehr viel für Jugendliche", sagt die Vorsitzende des Jugendausschusses, Catrin Döpke (SPD) und spricht die Angebote von Vereine und Verbänden an. Sie zweifelt daran, dass daneben noch genug Bedarf für eine feste Stelle besteht. Bei ihren Besuchen im "Magic House" sei meist nur eine kleine Gruppe anwesend gewesen. Manchmal sogar niemand. Sie habe den Eindruck, dass im Moment auch mehr Resonanz nicht zu erzielen sei. Vorstellen kann sich die Jugendausschussvorsitzende, die Stelle so zu strukturieren, dass die Aufgaben der Jugendpflege auf andere Kommunen erweitert werden und die Gemeinden sich die Kosten für eine feste Stelle teilen. Dieser Variante sind beide Gruppen im Rat zugeneigt. Zunächst müsse die derzeitige Stelle aber wiederbesetzt werden. Über eine Veränderung könne ohnehin erst bei den Haushaltsberatungen gesprochen werden. Die Fraktionen bedauern, dass Kluge ihre Arbeit nach einem Dreivierteljahr gekündigt hat. Doch Kluges Vorwürfe gegen die Stadt seien unberechtigt gewesen. Wie Sassmann sagt, stand es von vornherein für alle fest, dass es nur um eine 400-Euro-Stelle gehe. "Die Verwaltung hatte ja gar keinen anderen Auftrag von uns." Döpke hält auch Kluges Klagen über das Budget für "vorgeschoben". "Ich habe ihr immer gesagt, wenn sie Geld für Aktionen haben will, kriegt sie's", versichert Döpke. Im Gegensatz zu den Kommunalpolitikern will das Jugendparlament weiterhin eine feste Stelle in der Jugendpflege. Jugendbürgermeister Daniel Devriel bestätigt, dass auch nach Kluges Weggang der Antrag auf eine feste Stelle aufrechterhalten wird.




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