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Hildburgschule, Amcor Flexibles und IHK Hannover starten „Ausbildungsoffensive“

Junge Menschen in Rinteln halten

RINTELN. Viele junge Menschen wollen nach dem Schulabschluss in die weite Welt hinaus. Kann es gelingen, sie in der Stadt zu halten? Davon sind die Hildburgschule Rinteln, Amcor Flexibles und die IHK Hannover überzeugt. Sie kooperieren nun im Rahmen einer „Ausbildungsoffensive“.

veröffentlicht am 22.05.2017 um 13:50 Uhr
aktualisiert am 22.05.2017 um 16:40 Uhr

Junge Menschen in Rinteln halten: Susanne Banse-Holste (v. l.), Irina Fix, Torsten Rudolf, Anja Schachtebeck, Olaf Seifert und Prof. Dr. Günther Hirt schauen zuversichtlich in die Zukunft. foto: lb

Autor:

Luis Böhm
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RINTELN. Was tun, wenn man den Schulabschluss in der Tasche hat? Ausbildung, Weiterbildung, Studium? Jeder Schulabgänger muss sich dieser Frage stellen. Viele entscheiden aus dem Bauch heraus, orientieren sich an den Berufen von Eltern, Verwandten oder Freunden. Wo kann ich am schnellsten das meiste Geld verdienen? Die Gedanken gehen gleich in die große Welt hinaus.

„Das ist lobenswert“, findet auch Torsten Rudolf, Schulleiter der Hildburgschule Rinteln. „Jedoch scheint vielen gar nicht bewusst zu sein, was für ein tolles und großes Ausbildungsangebot sie hier vor Ort in Rinteln vorfinden.“

Genau da wolle man gemeinsam mithilfe der Industrie- und Handelskammer Hannover und der Firma Amcor Flexibles Rinteln ansetzen: „Dass eine internationale Karriere auch von Rinteln aus möglich ist, scheint vielen Schülerinnen und Schülern überhaupt nicht bewusst zu sein“, erklärt Olaf Seifert, Geschäftsführer von Amcor. Man müsse den Jugendlichen die Chancen vor Ort aufzeigen.

Diese Informationslücke entsteht laut Seifert durch unzureichende Informationsmöglichkeiten: „Auf den Ausbildungsmessen unterhalten wir uns eigentlich mehr mit den Eltern als mit den Jugendlichen“. Der direkte Kontakt mit den potenziellen Auszubildenden kommt häufig zu kurz.

Auch Prof. Dr. Günter Hirth, Abteilungsleiter Berufsbildung der IHK Hannover, sieht hier Verbesserungsbedarf in der Zusammenarbeit von Unternehmen und Schulen: „Die Verzahnung zwischen Schulen und Unternehmen kann und muss noch enger gestaltet werden, um den Schülern mehr und bessere Möglichkeiten zur Berufsorientierung zu geben.“ Pflichtpraktika allein wären nicht genug.

Der Konsens: Die Unternehmen müssen an Schulen noch präsenter werden.

In diesem Rahmen hat man nun eine Kooperation geschlossen zwischen Amcor Flexibles und der Hildburgschule: Mit Unterstützung der IHK Hannover wird man in einer „Ausbildungsoffensive“ stärker das direkte Gespräch mit den Schülern suchen. So werden Azubis von Amcor und anderer Unternehmen als sogenannte „Ausbildungsbotschafter“ an ausgewählten Tagen die Hildburgschule besuchen, um den Schülern ihren Beruf vorzustellen und Fragen zu beantworten.

Das Projekt „Ausbildungsoffensive“ gibt es seit 2015, und schon jetzt arbeite man mit gut 50 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen im Raum von Kassel bis nach Bremen sehr erfolgreich zusammen, so Prof. Dr. Hirth.

Irina Fix, bei der IHK zuständig für die Landkreise Schaumburg und Hameln-Pyrmont, ist vom Projekt überzeugt: „Die ‚Ausbildungsbotschafter‘ werden sehr gut angenommen. Ihre persönlichen Berichte geben den Schülern einen authentischen Einblick in ihre Berufe. Sie begegnen den Schülern auf Augenhöhe und können ihnen so einen sehr genauen Eindruck von der jeweiligen Ausbildung vermitteln.“

Die „Ausbildungsoffensive“ bietet auch Angebote für Lehrkräfte: Im Rahmen sogenannter „Lehrertourneen“ besichtigen die Lehrkräfte Betriebe, um ihren Schülern ein genaueres Bild von Ausbildungsberufen und Unternehmen vermitteln zu können.

„In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es den potenziellen Auszubildenden sehr von Vorteil ist, wenn sie sich bereits zu Schulzeiten gut orientieren und ihre eigenen Stärken und Neigungen kennenlernen und erproben konnten“, berichtet Anja Schachtebeck, Personalreferentin bei Amcor Flexibles.

„Die Berufsorientierung nimmt bei uns schon immer einen hohen Stellenwert ein“, so Susanne Banse-Holste von der Hildburgschule. Mit Amcor, darin sind sich alle einig, habe man nun einen fähigen Partner mehr zur Seite.




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