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Björn Brocks zeigt sich beeindruckt bei Literaturabend am Gymnasium

Junge Schreibtalente überzeugen selbst gestandenen Krimiautor

Bückeburg (vhs). Kaum ein ganzer Satz, fast nur Ellipsen, Wort für Wort kunstvoll gefügt, sodass eine bedrängende Stimmung entsteht und die Vorstellung von Angst und Enge Raum gewinnt – ein Glanzstück von Simon Wiemann, eine echte „Weihnachtsfreude“. Auch die anderen Schüler aus der Schreibwerkstatt von Gabriele Hundrieser lieferten beeindruckende Werkstücke ab am Literaturabend im Gymnasium Adolfinum.

veröffentlicht am 15.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:21 Uhr

Winterliche, teils auch weihnachtliche Motive standen im Mittelpunkt. Die größte Spannung erzeugte Lea Wollny mit einer vorweihnachtlichen Kurzgeschichte, die die Ängste eines Kindes deutlich werden lässt, dessen Mutter Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Hendrik Buddensiek war mit einem Text von Zoey Pape zu hören, Svenja Seifert las einen eigenen Text mit dem Titel „Weiße Weihnacht“ – jenseits aller Klischees, angesiedelt in einer Klinik, wo es wahrlich viel Weiß gibt.

Ana Dine weiß um die Wunder der schneebedeckten Welt: Lärm wird gedämpft, Streiterei wird wattiert, doch ein Schuss ist auch in dieser Idylle unüberhörbar.

Buchautor (und Polizist) Björn Brocks hatte zuvor mit Auszügen aus seinem Kriminalroman „Grob“ Einblick in seine Arbeit geboten, der ehemalige Adolfiner zeigte vorwiegend Charakterstudien und Figurbeobachtungen, auch von Charakterlosen. Finja Seifert lieh dabei mit Engelsgeduld einer Phantomfigur des Erzählers ihre schöne Stimme. In Matthias Greenslade hatte Brocks einen musikalischen Begleiter, der die Gitarre zu zupfen und zu schlagen weiß. Zu recht lobte Brocks die jungen Autoren für ihre kleinen Werke. Wenn Lea Wollny etwa ein Kind von „bösen Männern“ sprechen lässt, ist die Nähe zu spüren zu Brocks’ miesen Rockergestalten aus dem hannoverschen Steintormilieu – und der kleine Unterschied.




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