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Jugendzentrum dreht Kurzfilmüber Klassiker von Leo Lionni / Hilfsmittel sind Webcam und Laptop

Kamera ab - und "action": Hier kommt Swimmy

Obernkirchen (sig). Als die letzte Klappe gefallen ist, war der erste Film, der im Jugendzentrum der Bergstadt gedreht wurde, fertiggestellt. Aus einer Fülle von Einzelbildern entstand ein Animationsfilm ohne großes Produktionsteam, ohne Maskenbildner, Kostümberater, Requisiteure und vor allem ohne Schauspieler und Komparsen. Einen Star gab es schon, einen sehr liebenswerten sogar, aber der war winzig klein und musste erst während der Drehaufnahmen zum Leben erweckt werden.

veröffentlicht am 30.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:14 Uhr

Buch, Klappe und Requisiten - die Kinder haben sich in ein richt

Sein Name lautet "Swimmy". Den hat er von Leo Lionni bekommen, jenem italienischen Autor, der für dieses Buch 1965 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. "Swimmy" ist ein kleiner Fisch, der inmitten eines Schwarms von lauter roten Artgenossen lebt. Er unterscheidet sich nur durch seinen schwarze Färbung und seine Schnelligkeit von ihnen. Eines Tages kommt ein großer Thunfisch, der alle roten Fische verschlingt. Nur "Swimmy" kann entkommen. Traurig und einsam zieht er seine Bahnen. Als er wieder einen Schwarm kleiner roter Fische trifft, lehnen sie es ab, ihm zu folgen. Sie fürchten sich vor den großen Meeresbewohnern. Da hat "Swimmy" einen Einfall: Er lässt seine Artgenossen einen Schwarm in der Form eines Riesenfisches bilden undübernimmt die Aufgaben eines wachsamen Auges. So wagt es niemand, sie zu belästigen, und alle können gemeinsam die Wunder des Meeres erleben. Diesen inzwischen millionenfach gelesenen Stoff wollte ein Team von Jungen und Mädchen aus der Bergstadt im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren in einen Filmstreifen von einigen Minuten Länge umsetzen. Es war zweifellos keine leichte Aufgabe, "Swimmy" und seinen Verwandten Leben einzuhauchen. Die auch in solchen Aufgaben versierte Sozialpädagogin Susanne Veentjer steuerte Laptop und Webcam bei. Ihr junges Filmteam half beim Gestalten der Hintergründe und beim Sammeln und Gestalten aller Requisiten, die man benötigte, um einen solchen Trickfilm herzustellen. Die Webcam wurde an die Wand geklebt, die Optik nach unten gerichtet. Für den Vorspann durfte jedes Teammitglied unter den Titel des Streifens einen Untertitel nach seinem Geschmack schreiben und dann filmen. Danach wurden die selbst gebastelten Fische, Algen und anderen Meeresbewohner in minimalen Schritten bewegt. Per Maustaste machte man eine Fülle von Einzelaufnahmen, auch Snaphots genannt, und erzielte auf diese Weise die gewünschten Bewegungsabläufe. Im kleinen Studio des Jugendzentrums ging es bei den Filmaufnahmen recht turbulent zu. Besonders beachtet werden musste, dass der Tisch, auf dem sich die Szenen abspielten, nicht berührt wurde, und bei den vielen Einzelbildern immer nur minimale Vorwärtsbewegungen aufgenommen wurden. Das ergab dann im Anschluss an eine längere Nacharbeit einen abwechslungsreichen Kurzfilm mit Hintergrundsound. "Natürlich sieht man ab und zu eine Hand, aber angesichts des Alters der Mitwirkenden haben wir wirklich Erstaunliches vollbracht", lautete das Resümee der "Produktionsleiterin" Susanne Veentjer. Das Ergebnis werden alle Nachwuchsgruppen im Jugendzentrum zu sehen bekommen. Jedes Teammitglied hat zudem eine DVD zur Erinnerung an das gemeinsame Werk erhalten.

Susanne Veentjer (Mitte) mit ihren beiden Assistentinnen bei der
  • Susanne Veentjer (Mitte) mit ihren beiden Assistentinnen bei der Dreharbeiten, die Hintergründe und Requisiten haben die Kinder nachgestaltet. Fotos: sig



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