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Direktor des Landschaftsverbandes freut sich über den Zuspruch der Denkmalgäste

Kameras im Besucherzentrum

PORTA WESTFALICA. Bis in die Abendstunden feierten am Sonntag mehr als 4000 Denkmalbesucher die Eröffnung des Besucherzentrums. Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), ist von der Resonanz begeistert: „Ein Fest, wie ich es mir gewünscht habe: bunt, fröhlich, entspannt und gut besucht.“

veröffentlicht am 11.07.2018 um 11:22 Uhr
aktualisiert am 11.07.2018 um 15:10 Uhr

Marcos Gomez (links) und Laura Alvarez genießen den Fernblick vom Panoramarestaurant. Foto: Carsten Korfesmeyer/MT
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Tags drauf geht es rund um den Kaiser wieder etwas beschaulicher zu. Die Spuren vom Sonntag sind weitgehend verschwunden und rund um das Monument kehrt ein Stück weit der Alltag ein. „Am Sonntag war uns zu viel los, deshalb sind wir heute hier“, sagt Rita Thiel, die von der neuen Größe der Ringterrasse und der Ausstellung im Besucherzentrum beeindruckt ist. Sehr gut aufgearbeitet sei alles, erzählt die Bremerin, die mit ihrem Ehemann Willi am Mittag auch das Panoramarestaurant besucht. Dort gibt es tatsächlich noch den ein oder anderen freien Tisch.

„Der Blick über die Region ist einzigartig“, sagt Rita Thiel. Gespannt habe sie den gesamten Bauverlauf über die Medien verfolgt. Und das Ergebnis überzeugt sie. Die Parkgebühr von drei Euro für drei Stunden hält die Frau aus der Hansestadt hingegen für etwas übertrieben. „Das, finde ich, ist zu viel.“

Auf dem Parkplatz stehen zwar viele Autos, freie Plätze sind aber vorhanden. „Wir sind sehr gespannt darauf, was uns dort oben erwartet“, sagt Maria Freyer aus Bitterfeld. Mit ihrem Mann Peter verbringt die Frau aus Bitterfeld zurzeit den Urlaub in Rinteln. Mit dem E-Bike sind beide unterwegs und kennen deshalb keine Parkplatzprobleme.

Viel Lob fürs Infozentrum kommt aus berufenem Munde. Thomas Lange vom Verein KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica bezeichnet die Ausstellung als sehr modern und informativ. „Sie passt in Format und Größe gut zum Denkmal. Als Historiker hätte ich mir mehr gewünscht, aber das hier ist angemessen. Sehr gut finde ich, dass sich die Ausstellung verändern kann.“ Ähnlich äußert sich Peter Kock, Vorsitzender des Mindener Geschichtsvereins: „Die Ausstellung kommt sehr frisch und locker daher und bildet trotzdem die wichtigen Themen ab.“

Der Landschaftsverband investiert am Denkmal auch in Sicherheitstechnik. Auf dem Parkplatz laufen bereits Kameras, berichtet LWL-Pressesprecher Frank Tafertshofer. Die Überwachungstechnik habe bereits bei der Aufklärung eines Autoaufbruchs geholfen. In Kürze werden auch im neuen Besucherzentrum Kameras installiert. Schilder weisen die Besucher auf die Aufzeichnung hin.

„Es gibt aber keine Live-Überwachung der Gäste“, sagt Tafertshofer. Es sitze kein Detektiv vor einem Bildschirm, der die Besucherbewegungen kontrolliere. Vielmehr würden die Daten nach den Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung gespeichert und gelöscht. „Die Bilder werden erst im Verdachtsfall kontrolliert.“ Bis zum Einbau der Kameras wird weiterhin ein Sicherheitsdienst ein Auge auf die Ausstellung haben. Das Interesse am neuen Besucherzentrum ist riesig, das zeigen auch Nachfragen zur Barrierefreiheit. Ein Besucher beklagt, dass der Weg vom Parkplatz zum Monument für viele Menschen mit Handicaps zu steil sei.

Tafertshofer weist darauf hin, dass die Neigung mit Behindertenorganisationen abgestimmt wurde. Schwer gehandicapte Menschen dürfen mit dem Auto bis zum Besucherzentrum vorfahren. Entsprechende Wünsche nimmt der LWL unter der Rufnummer (05 71) 83 72 80, E-Mail: info-kwd@lwl.org, oder das Kiosk-Personal am Parkplatz entgegen.

Eine spannende Frage ist, ob die Verkehrslenkung funktioniert. Am Eröffnungstag reisten die meisten Besucher mit Sonderbussen an. Künftig werden viele Gäste mit dem Auto kommen, sodass der Parkplatz am Denkmal am Wochenende rasch gefüllt sein dürfte. Da nur zwei Stellplätze für Busse reserviert sind, müssen einige Fahrer ihre Passagiere „oben“ aussteigen lassen, um anschließend „unten“ in Barkhausen während des Aufenthalts zu parken.mt




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