weather-image
14°
×

Hülseder Naturschützer entdecken bedrohte Amphibie

Kammmolch kontra Windradflügel

Hülsede. Die Gegner eines möglichen Hülseder Windparks fahren schweres Geschütz auf: Sie betonen, dass der Bereich des Landschaftsschutzgebiets, der zugunsten der Windräder aufgehoben werden müsste, von hohem biologischen Wert ist und belegen dies unter anderem mit dem Vorkommen des Kammmolchs, der den höchstmöglichen Schutzfaktor genießt.

veröffentlicht am 29.10.2014 um 15:40 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:22 Uhr

Autor:

Der Hülseder Wildtier-Experte Martin Höhle, der unter anderem als Sachverständiger in Brüssel tätig ist, wurde bei Bekanntwerden der Windpark-Pläne sofort hellhörig. Schon in seiner Jugend hatte er den Kammmolch und etliche weitere schützenswerte Tierarten im Zielgebiet der potenziellen Investoren beobachtet. Also stattete er dem Süntelhang im Bereich Westeregge/Südholz mit Mitstreitern einen Besuch ab, um das Vorkommen der Tiere zu bestätigen. Das Ergebnis: Kammmolche besiedeln das Gebiet noch immer – für Höhle ein Beleg, dass dort der Landschaftsschutz keineswegs aufgehoben werden dürfte. Im Gegenteil: Es sei sogar eine Aufwertung zum Naturschutzgebiet angebracht.

Eine Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde bestätigte, dass ein Erfassungsbogen zum Vorkommen des Kammmolchs bei Hülsede eingetroffen ist. Es gebe keinen Grund, an der Existenz der Amphibie zu zweifeln. Ob der Molch einer Windparkplanung einen Strich durch die Rechnung machen würde, sei offen. Grundsätzlich könnten Windräder so platziert werden, dass die Molche davon nicht betroffen wären. Für Hülsede sei aber keine Aussage zu treffen, weil dort keine konkrete Planung vorliege.

Höhle zählt noch weitere Faktoren auf, die gegen vier bis zu 200 Meter große Windräder am Süntelhang oberhalb Hülsedes und Meinsens sprechen. Zum einen handele es sich um ein sensibles Quellgebiet, gleich zwei Biotope liegen im Windrad-Plangebiet oder direkt angrenzend. Hinzu komme die Existenz einer biologisch hochwertigen Feuchtwiese genau dort, wo ein Betonfundament eines Windrads gegossen würde.

Der Windpark würde zudem mehrere miteinander vernetzte Teile des Landschaftsschutzgebiets voneinander trennen, was jedes der Areale nachhaltig störte. Für die zahlreichen Vögel wie Feldlerche, Uhu und Waldkauz wären die Windradflügel Todesfallen. Dasselbe gelte für die Fledermäuse am Hang des Süntels. Besonders hoch ist Höhle zufolge die Dichte des Rotmilan-Vorkommens. Dieser Greifvogel gehört zu den am häufigsten von Rotorblättern erschlagenTieren.

Darüber hinaus können die Naturschützer seltene Insektenarten wie den Großen Eichenbock-Käfer und Säugetiere wie Wildkatze, Feldhase, Mufflon und Siebenschläfer nachweisen. Schützenswert ist in ihren Augen auch die Vielfalt der Singvögel, die unter anderem von den Hecken an manchen Wegen profitieren.

Vor allem aber setzen die Naturschützer in Hülsede auf den Kammmolch. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist die Amphibien-Art „streng geschützt“. Der Kammmolch steht auf der „Roten Liste“ der Bundesrepublik Deutschland. In Hülsede gibt es ihn noch. Käme der Windpark, würde sich das ändern, da sind Höhle und seine Mitstreiter sicher. Sie halten Windräder und Kammmolch für unvereinbar miteinander.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige