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Trotz Niedrigzinsphase: Bürgerstiftung will Förderungen nicht mit der „Sense“ kappen

„Kapitalerhalt vordringlichstes Ziel“

BÜCKEBURG. Auch im vergangenen Jahr hat die Bürgerstiftung Schaumburg wieder zahlreiche Projekte aus dem Bereich der Kultur, dem Naturschutz, der Jugendarbeit und dem Schulwesen finanziell unterstützt. Dabei lag die Anzahl der eingereichten Förderanträge, von denen letztlich 57 bewilligt wurden, nach Auskunft von dessen Vorstandsvorsitzendem, Rolf Watermann, auf dem Niveau der Vorjahre, während die Summe der ausgezahlten Förderbeträge mit knapp 91000 Euro einen „Spitzenwert“ markierte. An sich also reichlich Grund zur Freude, wären da nicht die niedrigen Zinsen, die dem Vorstand der Bürgerstiftung mit Blick auf die Zukunft durchaus Sorgen bereiten.

veröffentlicht am 01.06.2016 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 15:41 Uhr

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„Wir beziehen unsere Einnahmen im Wesentlichen aus Kapitalerträgen – also aus der Anlage des uns überlassenen Geldes“, erklärte Oliver Bruns, der Schatzmeister.

In der Vergangenheit habe dies auch immer „gut geklappt“, indem man mit sicheren Anlageprodukten „gute Erträge“ erwirtschaftet habe. Die momentane Kapitalmarktsituation mit den sehr niedrigen Zinsen indes sei ein echtes Problem. So würden Branchenexperten etwa prognostizieren, dass 50 bis 70 Prozent aller festverzinslichen Anleihen in den nächsten Jahren einen negativen Zins haben werden, sodass man als Anleger „noch nicht mal einen Ausgleich des Kaufkraftverlustes“ erzielen könne.

Dennoch: Das Versprechen, das man den Stiftern gegeben habe und auch halten wolle, sei, dass das Kapital der Bürgerstiftung erhalten bleibt, betonte Bruns. Oder anders formuliert: „Der Kapitalerhalt ist unser vordringlichstes Ziel.“ Daher werde man bei der Anlage der Stiftungsgelder „nicht ganz so effizient-offensiv“ vorgehen wie man dies – bei entsprechender Risikobereitschaft – von anderen Vermögensverwaltern erwarten dürfe.

Oliver Bruns

Gleichwohl werde man aber auch auf bislang noch nicht genutzte Anlageprodukte wie beispielsweise speziell auf Stiftungen zugeschnittene Fonds setzen, die Zinserträge in Höhe von rund zwei Prozent bringen können. Was in der heutigen Bankenlandschaft schon ein gutes Ergebnis wäre.

Für das laufende Jahr kündigte Bruns in diesem Kontext an, dass die Bürgerstiftung Schaumburg in 2016 ihre letzten gut verzinslichen Coupons aus den von ihr gehaltenen Anleihen verlieren wird, was in der Folge die Einnahmen mindern wird. Als Reaktion darauf wolle man aber „nicht mit der Sense die Förderungen reduzieren“, sondern statt dessen die Anzahl der Projekte, die gefördert werden, reduzieren.

Und überhaupt: „Spenden sind uns immer willkommen“, ergänzte der Schatzmeister. Denn Geldspenden könne man direkt umsetzen, während das bei den aus dem Stiftungskapital erwirtschafteten Erträgen nicht ganz einfach sei.

Zur Bürgerstiftung Schaumburg selbst berichtete Watermann, dass diese – bezogen auf den Stichtag 31. Dezember 2015 – insgesamt 159 Stifter (natürliche Personen und Institutionen) zählt, von denen 102 Stifter seit der Gründung im Jahr 2004 hinzugekommen sind. Ferner verwalte man inzwischen sechs Treuhandstiftungen – darunter die im vergangenen Jahr neu hinzugewonnene „Julius Rodenberg-Stiftung“ und die „Voges-Stiftung“.

Das Stiftungskapital der Bürgerstiftung Schaumburg bezifferte der Vorstandsvorsitzende dabei auf rund 535000 Euro. Das Stiftungskapital jener sechs Treuhandstiftungen dazu addiert, verwaltet die Bürgerstiftung mittlerweile sogar rund 3,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es laut Watermann bis jetzt exakt 293 – dem „Gütesiegel“ des Arbeitskreises Bürgerstiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechende – Bürgerstiftungen (54 in Niedersachsen), die insgesamt 27400 Stifter zählen und in Summe 305 Millionen Euro an Stiftungskapital verwalten.

In diesem Zusammenhang wies Gebhard Hitzemann, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Schaumburg, anlässlich der im Joel-Le-Theule-Saal des Bückeburger „Ratskellers“ abgehaltenen Jahresversammlung ausdrücklich darauf hin, dass Unternehmer mittels einer Treuhandstiftung Steuern sparen können. So zum Beispiel, indem sie Grundstücke aus ihrem Betriebsvermögen herausnehmen und in eine Treuhandstiftung hineingeben.

Bis zu einer maximalen Höhe von einer Million Euro seien solche Vermögensübertragungen auch steuerlich absetzbar.BÜCKEBURG. Auch im vergangenen Jahr hat die Bürgerstiftung Schaumburg wieder zahlreiche Projekte aus dem Bereich der Kultur, dem Naturschutz, der Jugendarbeit und dem Schulwesen finanziell unterstützt. Dabei lag die Anzahl der eingereichten Förderanträge, von denen letztlich 57 bewilligt wurden, nach Auskunft von dessen Vorstandsvorsitzendem, Rolf Watermann, auf dem Niveau der Vorjahre, während die Summe der ausgezahlten Förderbeträge mit knapp 91 000 Euro einen „Spitzenwert“ markierte. An sich also reichlich Grund zur Freude, wären da nicht die niedrigen Zinsen, die dem Vorstand der Bürgerstiftung mit Blick auf die Zukunft durchaus Sorgen bereiten.

„Wir beziehen unsere Einnahmen im Wesentlichen aus Kapitalerträgen – also aus der Anlage des uns überlassenen Geldes“, erklärte Oliver Bruns, der Schatzmeister.

In der Vergangenheit habe dies auch immer „gut geklappt“, indem man mit sicheren Anlageprodukten „gute Erträge“ erwirtschaftet habe. Die momentane Kapitalmarktsituation mit den sehr niedrigen Zinsen indes sei ein echtes Problem. So würden Branchenexperten etwa prognostizieren, dass 50 bis 70 Prozent aller festverzinslichen Anleihen in den nächsten Jahren einen negativen Zins haben werden, sodass man als Anleger „noch nicht mal einen Ausgleich des Kaufkraftverlustes“ erzielen könne.

Dennoch: Das Versprechen, das man den Stiftern gegeben habe und auch halten wolle, sei, dass das Kapital der Bürgerstiftung erhalten bleibt, betonte Bruns. Oder anders formuliert: „Der Kapitalerhalt ist unser vordringlichstes Ziel.“ Daher werde man bei der Anlage der Stiftungsgelder „nicht ganz so effizient-offensiv“ vorgehen wie man dies – bei entsprechender Risikobereitschaft – von anderen Vermögensverwaltern erwarten dürfe.

Gleichwohl werde man aber auch auf bislang noch nicht genutzte Anlageprodukte wie beispielsweise speziell auf Stiftungen zugeschnittene Fonds setzen, die Zinserträge in Höhe von rund zwei Prozent bringen können. Was in der heutigen Bankenlandschaft schon ein gutes Ergebnis wäre.

Für das laufende Jahr kündigte Bruns in diesem Kontext an, dass die Bürgerstiftung Schaumburg in 2016 ihre letzten gut verzinslichen Coupons aus den von ihr gehaltenen Anleihen verlieren wird, was in der Folge die Einnahmen mindern wird. Als Reaktion darauf wolle man aber „nicht mit der Sense die Förderungen reduzieren“, sondern stattdessen die Anzahl der Projekte, die gefördert werden, reduzieren.

Und überhaupt: „Spenden sind uns immer willkommen“, ergänzte der Schatzmeister. Denn Geldspenden könne man direkt umsetzen, während dies bei den aus dem Stiftungskapital erwirtschafteten Erträgen nicht ganz einfach sei.

Zur Bürgerstiftung Schaumburg selbst berichtete Watermann, dass diese – bezogen auf den Stichtag 31. Dezember 2015 – insgesamt 159 Stifter (natürliche Personen und Institutionen) zählt, von denen 102 Stifter seit der Gründung im Jahr 2004 hinzugekommen sind. Ferner verwalte man inzwischen sechs Treuhandstiftungen – darunter die im vergangenen Jahr neu hinzugewonnene „Julius Rodenberg-Stiftung“ und die „Voges-Stiftung“.

Das Stiftungskapital der Bürgerstiftung Schaumburg bezifferte der Vorstandsvorsitzende dabei auf rund 535 000 Euro. Das Stiftungskapital jener sechs Treuhandstiftungen dazugezählt, verwaltet die Bürgerstiftung mittlerweile sogar rund 3,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es laut Watermann bis jetzt exakt 293 – dem „Gütesiegel“ des Arbeitskreises Bürgerstiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechende – Bürgerstiftungen (54 in Niedersachsen), die insgesamt 27400 Stifter zählen und in Summe 305 Millionen Euro an Stiftungskapital verwalten.

In diesem Zusammenhang wies Gebhard Hitzemann, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Schaumburg, anlässlich der im Joël-Le-Theule-Saal des Bückeburger „Ratskellers“ abgehaltenen Jahresversammlung ausdrücklich darauf hin, dass Unternehmer mittels einer Treuhandstiftung Steuern sparen können – so zum Beispiel, indem sie Grundstücke aus ihrem Betriebsvermögen herausnehmen und in eine Treuhandstiftung hineingeben.

Bis zu einer maximalen Höhe von einer Million Euro seien solche Vermögensübertragungen auch steuerlich absetzbar.




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