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Telefone, Techniker, traumatische Erfahrungen: Wie eine simple Ummeldung zur spannenden Fortsetzungsgeschichte wird

"Kein Anschluss..." - oder: Der Angriff der Telekomiker

Rinteln. Liebe Telekom (oder soll ich sagen: Telekomiker?) - es war wirklich ein Bravourstück, wie Sie dazu beigetragen haben, dass rund um unseren innerstädtischen Umzug keine Langeweile aufkam. Fast ist es schade, dass Telefon und Internet plötzlich doch funktionieren und der Alltag uns wieder hat.

veröffentlicht am 28.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Trubel mit der Telekom: Da kommt bei einem ganz normalen Umzug m

Autor:

Cornelia Kurth

Insgesamt acht Stunden habe ich,über viele Tage verteilt, allein damit verbracht, mich mit ihren freundlichen Callcenter-Angestellten zu unterhalten beziehungsweise auf die reizenden Stimmen Ihrer weiblichen und männlichen Ansager der Kundenberatung zu hören, die nicht müde wurden, mir immer aufs Neue zu erklären, wie das "Sprachportal" funktioniert, wo ich welche Adressen und Informationen im Internet abrufen kann und dass der Kundenservice ständig verbessert werde. Nur leider hieß es dann jedes Mal im letzten Satz, dass im Moment alle Mitarbeiter im Gespräch seien. "Versuchen Sie es später noch einmal!" Der erste Berater, mit dem ich nach zig Versuchen und einer halben Stunde Aufenthalt in der Warteschleife schließlich doch verbunden werden konnte, war wohl von all den Anraunzereien anderer entnervter Kunden so erschöpft, dass er nicht mehr recht begreifen konnte, worum es bei mir ging. Er wollte mir ISDN verkaufen, obwohl ich genau das gerade abzubestellen gedachte. Er beschloss, mein DSL abzumelden, dasich behalten wollte. Und er richtete alles so ein, dass das Telefon pünktlich zum Umzugstermin freigeschaltet wurde. In der Krankenhäger Straße, wo wir aber seit fünf Jahren gar nicht mehr wohnen. Von da an hatte ich reichlich Gelegenheit zu kleinen Spaziergängen, denn für jedes Telefongespräch und vor allem, um den Gang der Dinge bei einer Kollegin abzufragen, die ihre Telefonnummer für mich angegeben hatte, musste ich mich auf den Weg in die Zeitungsredaktion machen, für die ich als freie Mitarbeiterin arbeite. Unterwegs konnte ich allerlei Informationen von Bekannten einsammeln, die mir fröhlich erzählten, wie chaotisch es bei ihren Kontakten mit Ihnen abgelaufen war, und mir aus eigener Erfahrung versicherten, dass der Spaß nicht so bald zu Ende sein würde. Auch meine Kollegen erwarteten mich in gespannter Neugier auf die Fortsetzungsgeschichte und amüsierten sich, wenn ich für das Sprachportal mein Anliegen und meine Nummer in den Hörer brüllte, den Text der Ansage versonnen mitsprach und die Erkennungsmelodie vor mich hinsummte. Ich erfuhr, dass ich nicht nur die knapp 60 Euro für die Telefonummeldung, sondern auch weitere 60 Euro für die Abbestellung von ISDN zu zahlen hätte (falsch) und außerdem (ebenfalls falsch) 99 Euro für die Einrichtung des Internet-DSL, das ich ja längst besaß. "Gestern" sei ein Techniker vorbeigekommen, der mich ja leider nicht angetroffenhabe (wie auch, es hatte mich niemand darüber informiert), der nächste Techniker sei nun erst in drei Tagen wieder frei. "Der kommt dann in die Krankenhäger Straße, nicht wahr?" Nein!!! Auch im Internet kann man den Status der Bearbeitung abrufen, theoretisch. Praktisch stand dort mehrere Tage lang zu lesen, dass die Seite wegen einer Verbesserung des Services geradeüberarbeitet werde. In unserer neuen Wohnung blieb das Telefon stumm und das Internet antwortete nicht. Welche Entspannung für eine Journalistin, die ohne diese Hilfsmittel einen Teil ihrer Arbeitskontakte einfach mal ruhen lassen kann und auch nicht durch Verwandte und Freunde gestört wird, diewissen wollen, wie es nach dem Umzug wohl so geht. Immerhin hatte ich inzwischen erreicht, dass mir versichert wurde, ich bekäme die 99 DSL-Euro erstattet. Und dann kam tatsächlich ein Techniker, zwei Stunden zu spät, aber er kam. War nett und verständnisvoll und tröstete mich darüber, dass er leider nichts tun könne, weil die Kellertür, hinter der sich die Verteilerdose befindet, abgeschlossen war. "Ich frage mich auch, warum man den Kunden nicht sagt, dass der Zugang zur Dose möglich sein muss", meinte er und ging. Doch kurze Zeit später geschah ein Wunder. Das Telefon klingelte! Es funktionierte wieder, der Techniker hatte wohl doch noch eine Verteilerdose gefunden. Und gerade habe ich entdeckt, dass mein Adresseneintrag im Internet nicht mehr die uralte Adresse zeigt, sondern diejenige der neuen Wohnung. Oh - aber leider falsch geschrieben... Liebe Telekom - ich freue mich auf ein Wiederhören!




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