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Spenderin muss die Kisten allein schleppen

Kein Dankeschön im Umsonstladen

Bad Nenndorf (bab). Im Umsonstladen „Ümmesüß“ gibt es vieles gratis. Freundlichkeit gehört aber nicht immer dazu. Eine Spenderin, die Sachen abgab, will nach einer enttäuschenden Erfahrung ihre Dinge lieber im Internet versteigern. Bei „Ümmesüß“ will man sich aber um mehr Entgegenkommen bemühen.

veröffentlicht am 03.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 18:41 Uhr

Mit mehreren Kisten voller Spielsachen und Bücher war Antje Aschenbeck aus Lauenau vor Weihnachten zum Umsonstladen gefahren. Schweren Herzens hätte sich ihre zwölfjährige Tochter von den gut erhaltenen Spielsachen getrennt, sagt die Mutter und ist froh, dass ihre Tochter nicht mit zur Übergabe gefahren ist. „Sie wäre enttäuscht gewesen“, sagt Aschenbeck.

Eigentlich hatten sich Mutter und Tochter vorgestellt, dem Laden und damit auch dessen bedürftiger Kundschaft eine Freude zu machen. Doch als Aschenbeck ihre Kartons abgeben wollte, wurde sie nahezu ignoriert. „Eine Dame bediente gerade und nahm mich nicht zur Kenntnis und eine andere machte Kaffeepause“, beschreibt sie die Situation. Auch auf direkte Ansprache hätten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ladens kaum reagiert. „Stellen Sie die Kisten dort hin“, sei alles gewesen, was sie gehört habe. Aschenbeck schleppte ihre Kisten vier Mal vom Auto zum Laden. „Die Tür aufhalten oder gar helfen – daran war gar nicht zu denken.“ Sie hätte bei ehrenamtlichen Mitarbeitern mehr Engagement erwartet. Auf ein Dankeschön oder etwas anderes Nettes habe sie verzichten müssen. Enttäuscht sei sie nach Hause gefahren und denkt nun dran, ihre Sachen lieber im Internet anzubieten.

„Eigentlich freuen wir uns über jeden, der etwas bringt“, sagt Rosemarie Börner, Vorsitzende des „Ümmesüß“-Trägervereins. „Ich werde meine Mitarbeiter und mich selbst da noch einmal auf den Prüfstand stellen. Wir werden uns das zu Herzen nehmen“, versichert sie. Um Weihnachten herum sei sehr viel Betrieb gewesen und so viele Helfer gebe es nicht mehr. „Wir suchen welche, aber wir finden keine.“ Von den verbliebenen seien die meisten über 70 Jahre alt. Deshalb könne es sein, dass die Mitarbeiter „einen schlechten Tag“ gehabt hätten.

Zudem missbrauchten manche Leute die Einrichtung auch, um zu Hause auszumisten und Sachen, die eigentlich in den Müll gehörten, bequem zu entsorgen.




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