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Stiftung Bethel erwägt Abriss dieses Krankenhaus-Teils

Kein Hospiz ins Haus Reiche

BÜCKEBURG. Aus einem Hospiz im Haus Reiche neben dem Krankenhaus Bethel wird nichts. Die Stiftung Bethel als Eigentümerin des Hauses hat den Hospizvereinen in Schaumburg als auch der AWO, die als Betreiberin mit ins Boot geholt worden war, mittlerweile offiziell eine Absage erteilt.

veröffentlicht am 06.06.2016 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:41 Uhr

Als Grund für die Absage nannte Stiftungsvorstand, Altbischof Jürgen Johannesdotter, auf Anfrage unserer Zeitung die finanzielle Situation der Stiftung. Aus den Konsortialverträgen, die seinerzeit mit der Pro Diako im Zuge der Zusammenlegung der drei Schaumburger Krankenhäuser zum Gesamtklinikum Schaumburg geschlossen worden sind, sei die Stiftung gezwungen gewesen, einen Teil der aufgelaufenen Defizite der beiden kommunalen Krankenhäuser zu übernehmen.

Dafür habe die Stiftung Darlehen in Höhe von „mehreren Millionen“ aufnehmen müssen, so der Stiftungs-Vorstand weiter. Um diese zu bedienen, hätten bereits mehrere Häuser in unmittelbarer Nachbarschaft zum Standort an der Herminenstraße verkauft werden müssen. Für das „Haus Reiche“ sei die Stiftung gezwungen, eine andere Nutzung in Aussicht zu nehmen. Sie könne das Gebäude daher nicht dem Hospiz zur Verfügung stellen. „Die Absage hat mir richtig weh getan“, bedauerte Johannesdotter: „Wir hätten gerne etwas unter der diakonischen Fahne an diesem Standort gemacht.“ Ins Auge gefasst sei nun, dass das Gebäude „Haus Reiche“ entweder verkauft oder im Zuge des Abrisses des Krankenhauses abgerissen wird. Strittig ist, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht.BÜCKEBURG. Aus einem Hospiz im Haus Reiche neben dem Krankenhaus Bethel wird nichts. Die Stiftung Bethel als Eigentümerin des Hauses hat sowohl den Hospizvereinen in Schaumburg als auch der AWO, die als Betreiberin mit ins Boot geholt worden war, offiziell eine Absage erteilt. Seitens der Schaumburg-Lippischen Landeskirche und des Landkreises ist auch im Hinblick auf die Absage ein Arbeitskreis gegründet worden, der eine Bedarfsanalyse erstellt, ob ein stationäres Hospiz überhaupt noch erforderlich ist im Landkreis.

Als Grund für die Absage nannte Stiftungsvorstand, Altbischof Jürgen Johannesdotter, auf Anfrage unserer Zeitung die finanzielle Situation der Stiftung. Aus den Konsortialverträgen, die seinerzeit mit der Pro Diako im Zuge der Zusammenlegung der drei Schaumburger Krankenhäuser zum Klinikum Schaumburg geschlossen worden sind, sei die Stiftung gezwungen gewesen, einen Teil der Defizite der beiden kommunalen Krankenhäuser zu übernehmen.

Dafür habe die Stiftung Darlehen in Höhe von „mehreren Millionen“ aufnehmen müssen, so der Stiftungs-Vorstand. Um sie zu bedienen, seien bereits mehrere Häuser in Nachbarschaft zum Standort an der Herminenstraße verkauft worden. Für das „Haus Reiche“ sei die Stiftung gezwungen, eine andere Nutzung in Aussicht zu nehmen. Sie könne das Gebäude daher nicht dem Hospiz zur Verfügung stellen. „Die Absage hat mir richtig wehgetan“, bedauerte Johannesdotter: „Wir hätten gerne was unter der Diakonie-Fahne an diesem Standort gemacht.“

Ins Auge gefasst sei nun, dass das Gebäude „Haus Reiche“ entweder verkauft oder im Zuge des Abrisses des Krankenhauses abgerissen und die Fläche entweder für den Bau des geplanten Pflegeheims oder aber für Mehrfamilienhäuser für junge Familien genutzt wird (wir berichteten). Ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht und erhalten bleiben muss, werde derzeit von der Stadt überprüft. Ein Verkauf sei derzeit nicht möglich, da das Haus nach dem Planungsrecht im „Sondergebiet Krankenhaus“ steht und hier erst planungsrechtliche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, was derzeit in Abstimmung mit der Stadt passiert.

Das Haus Reiche war 2004 aufwendig zu einer Privatklinik mit zwei Stationen umgebaut und ausgegliedert worden. Damit habe das Krankenhaus Bethel damals dem Bettenabbau und dem damit verbundenen Abbau von Arbeitsplätzen begegnen können, erinnerte Johannesdotter. Für die geplanten acht bis zehn Hospizbetten sei das Haus ohnehin zu groß gewesen.

Seitens der Schaumburg-Lippischen Landeskirche und des Landkreises Schaumburg ist im Zuge der Absage ein Arbeitskreis ins Leben gerufen worden. Wie Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke auf Anfrage mitteilte, werde derzeit eine Bedarfsanalyse erstellt, ob und in welcher Form noch ein Hospiz für den Landkreis Schaumburg gebraucht wird. In den vergangenen Jahren habe sich „die Landschaft verändert“, wie etwa ambulante Palliativteams oder aber Ärzte, die sich in Palliativmedizin haben ausbilden lassen.

Das neue Gesamtklinikum werde sechs Palliativbetten inklusive Schmerztherapie vorhalten. Es stelle sich die Frage, ob noch Raum für ein zusätzliches stationäres Hospiz gebraucht werde. Im Oktober will der Arbeitskreis ein Ergebnis vorlegen, sagte der Landesbischof.

Vom Hospizverein „Via“ Bückeburg ist die Absage mit Bedauern aufgenommen worden. „Wir bedauern das sehr“, sagte die Vorsitzende Edeltraut Müller auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir waren schon sehr überrascht.“ Seit 2005 kämpften die Vereine um ein Hospiz in Schaumburg: „Die Absage ist schon ziemlich frustrierend.“ In der Zwischenzeit seien im Umkreis Hospize oder aber ambulante Palliativteams entstanden. Edeltraut Müller: „Selbstverständlich verfolgen wir die Einrichtung eines Hospizes weiter.“




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