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Dorfgemeinschaft Ohndorf verabschiedet sich von Nutzungskonzept / Räume komplett für Dorfjugend

Kein Interesse mehr an Alter Schule

Ohndorf. Einige unerwartete Wendungen hat die Diskussion um die Alte Schule Ohndorf im Hohnhorster Bauausschuss genommen. Eigentlich war die nähere Zukunft des Gebäudes quasi schon unter Dach und Fach. Der Rat hatte seine Zustimmung zum Nutzungskonzept der Dorfgemeinschaft erteilt und strebte mit dieser einen entsprechenden Vertrag an, in dem unter anderem festgelegt sein sollte, dass die Dorfjugend mehrere Teile des Gebäudes nutzen darf.

veröffentlicht am 24.07.2015 um 16:47 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:22 Uhr

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Nun stellte sich jedoch heraus: Die Dorfjugend steht kurz davor, ein eigener eingetragener Verein zu werden. Und die Dorfgemeinschaft hat verkündet, selbst kein Interesse mehr an der Nutzung der Räume zu haben und das Gebäude komplett der Dorfjugend überlassen zu wollen.

Diese aktuellen Entwicklungen sorgten bei den Politikern, wie zu erwarten, für einige Irritationen. Bei einigen entstand sogar die Befürchtung, dass Dorfgemeinschaft und Dorfjugend sich überworfen hätten. Diesen Verdacht konnte Bendix Bock, Vorsitzender der Dorfjugend, der als Zuhörer zu Gast war, aber ausräumen. Von einem Zerwürfnis sei ihm nichts bekannt, stellte er amüsiert klar. Die Mitglieder der Dorfjugend würden ja auch nicht aus der Dorfgemeinschaft austreten. Die Gründung eines extra Vereins habe ausschließlich organisatorische Gründe. Zum Beispiel sei in der Satzung der Dorfgemeinschaft Jugendarbeit nicht explizit vorgesehen.

Die meisten Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich über die Situation jedoch nicht besonders glücklich. Immerhin gehe es auch um Fragen der Finanzierung von Nebenkosten und Ähnlichem. Unter anderem Bürgermeister Wolfgang Lehrke (SPD) äußerte Bedenken, ob es sinnvoll – und fair – wäre, diese Verantwortung auf einen frischgebackenen Verein abzuwälzen. Auch die Zukunft müsse man im Blick halten. Niemand könne sagen, wie der neue Verein in zehn Jahren dastehe.

Zudem hatte Bock bei der vorherigen Begehung angegeben, dass beispielsweise die Küche von der Dorfjugend nicht unbedingt gebraucht würde. Auch für andere Zimmer, vor allem im oberen Stockwerk, gab es noch keine wirklich konkreten Nutzungsvorschläge, wie Otto Tatge (CDU) kritisch anmerkte.

Einen überaus prekären Punkt sprach Sven Hasenstab (SPD) an. Immerhin sei für das Haus einst eine andere Nutzung im Gespräch gewesen – die Rede war natürlich von Lehrkes Vorschlag, die alte Lehrerwohnung an den Landkreis zu vermieten, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Mit dem Wunsch der Dorfjugend nach einem weiteren Raum hätte sich dieses Vorhaben vereinbaren lassen. Weil aber die Dorfgemeinschaft angemeldet hatte, die Räume auch selbst nutzen zu wollen, waren diese Pläne erst einmal zurückgestellt worden.

In jedem Fall möchten sich die Politiker mit dem Thema noch einmal befassen. Anstatt aber den vergangenen Ratsbeschluss, in dem die Dorfgemeinschaft als Partner für einen Nutzungsvertrag geplant war, nun abändern zu lassen, schlug Lehrke vor, erst einmal alles wie bisher beizubehalten. Die Dorfgemeinschaft solle dann entscheiden, ob sie den Vertrag unterzeichnen möchte.




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