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Mädchen aus dem Jugendparlament berichten über ihre Arbeit / Kaum Nachfolger in Sicht / SPD-Frauen wollen helfen

Keine Ansprechpartner, keine Einladungen, keine Zeit

Bad Nenndorf (tes). „Wenn sich bis Februar keine Nachfolger finden, müssen wir uns auflösen“, warnt die stellvertretende Jugendbürgermeisterin Kati Sali Salim. Zwei Vertreterinnen aus dem Jugendparlament plaudern beim Frühstückstreffen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) aus dem Nähkästchen.

veröffentlicht am 30.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:22 Uhr

„Wir setzen uns für die Belange der Jugend ein – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg“, sagt Jugendparlamentarierin Gwendolin Hoffmann. Das Ende ihrer zweijährigen Amtszeit naht – und Nachfolger sind nicht in Sicht. Nur Kati stellt sich ein zweites Mal zur Wahl. Elf weitere Plätze sind noch frei. Gwendolin erklärt, warum sie aufhört: „Das klappt nicht mehr neben der Schule.“

Die Zeit zur Werbung von Kandidaten ist denkbar knapp. Ende Februar sind Neuwahlen. „Ob es nochmal ein Jugendparlament geben wird, wird sich zeigen“, sagt Kati vorsichtig, „wir würden uns freuen.“ Als Hauptproblem nennt sie: „Uns fehlt die Unterstützung.“

Bei der Öffentlichkeitsarbeit etwa besteht Nachholbedarf: „Beim Bandcontest sind wir zum ersten Mal von den Jugendlichen wahrgenommen worden“, so Gwendolin. Der Bekanntheitsgrad soll weiter ausgebaut werden, um die Arbeit des Jugendparlamentes publik zu machen. Generell sei die Kommunikation schwierig, weil die Mitglieder verschiedene Schulen besuchen und sich nur unregelmäßig alle zwei bis drei Monate treffen. „Am Anfang waren wir total schüchtern; niemand hat sich getraut etwas zu sagen“, erinnert sie sich.

„Die Zeit ist zu kurz“, sucht die erfahrene Ratsfrau Christine Cronjäger nach dem Grund für den schweren Start des jungen Gremiums. „Wir Lokalpolitiker werden auch ins kalte Wasser geschmissen, aber wir haben mehr Lebenserfahrung.“ Zu den Jusos, die das Jugendparlament vor zwei Jahren angeschoben hatten, bestehe kein Kontakt, sagt Gwendolin: „Da haben wir nie etwas von gehört.“ Auch das versprochene Sitzungsgeld habe sie nie bekommen.

„Sie sind wirklich allein gelassen“, bedauert Cronjäger, „da muss mehr passieren.“ Die Vertreter des Jugendparlaments müssten in die Ausschüsse kommen. „Einladungen sollen wir ab jetzt regelmäßig bekommen“, so Gwendolin. Auch die Neuauflage des Jugendwegweisers dürfe nicht ohne die Nachwuchspolitiker erfolgen, so Cronjäger. „Hartnäckig bleiben und immer wieder fragen“, raten die Sozialdemokratinnen. Auch Hilfe beim Bau einer eigenen Internetseite wird angeboten. „Da könnte man ein Projekt an der Schule daraus machen“, meint Regina Neumann-Bühre.




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