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Ehemaliger Stadtbrandmeister meint ja – Stadt widerspricht Vorwürfen

Keine Rechnungen für Fehlalarme?

Bückeburg (mig). Stellt die Stadt Fehlalarme in ausreichendem Maß in Rechnung? Dieser Frage ist der ehemalige Stadtbrandmeister Johannes Malsch im Rahmen der Hauptversammlung der Ortsfeuerwehr Evesen nachgegangen. „Oft genug kommt das Geld für die Einsätze letztendlich aus dem Topf für Feuerwehrangelegenheiten“, lautete seine Kritik an die Adresse der Verwaltung.

veröffentlicht am 17.01.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:41 Uhr

Fehlalarme sind ein lästiges Übel der Feuerwehrarbeit. Verrückt spielende Brandmeldeanlagen rauben den Blauröcken oft genug ihre Freizeit. „In der Nacht werden wir um unseren Schlaf gebracht und am Tag ist der Arbeitgeber sauer“, fasst Malsch seine Erfahrungen zusammen. Und: „Wir müssen alles tun, um dieser Sache Herr zu werden.“ Genau hier aber sieht Malsch das Problem. Denn anstatt die Verursacher über den Geldbeutel zu treffen, kämen letzten Endes die Feuerwehren für die Einsatz-Kosten auf. „Leider haben es weder mein Vorgänger noch ich geschafft, dass diesen Kunden Rechnungen gestellt werden. Wir werden hier doppelt und dreifach bestraft.“

Teuer werde es oft nicht für die Verursacher, sondern für die Feuerwehren, aus deren Topf der Einsatz bezahlt werden müsste, machte Malsch deutlich. „Das Geld kann schließlich nicht für den Kauf von Materialien verwendet werden und das heißt, mal wieder ein Schlauch oder ein Atemschutzgerät weniger.“ Ändern werde sich diese Praxis nur, wenn man der Politik die Daumenschrauben ansetze.

Im Anschluss an Malschs „Brandrede“ meldete sich auch Erwin Tatge zu Wort. Er kritisierte Firmen, die lieber die Kosten eines Einsatzes, als die für die Wartungsfirma trügen. Rechnungen würden von der Verwaltung zwar geschrieben, „die Schmerzgrenze bis geschrieben wird, ist aber viel zu hoch.

Stadtbrandmeister Marko Bruckmann zeigte sich zunächst ebenfalls erzürnt. Er habe den Eindruck, dass manche Firmen „Narrenfreiheit“ genössen. In einem späteren Gespräch korrigierte Bruckmann seine Ausführungen und gab an, er könne die Sachlage nicht beurteilen („Ich schreibe die Rechnungen nicht“). Insgesamt ist Bruckmann mit der Zusammenarbeit mit der Stadt sehr zufrieden. Das hatte er schon während der Versammlung verlauten lassen.

Grundsätzlich anders stellt sich der Fall für Heinz Niemeyer, Leiter des Ordnungsamtes, dar: „Rechnungen werden grundsätzlich geschrieben.“ Und: „2011 hatten wir in Bückeburg 37 Fehlalarme, die alle kostenpflichtig abgerechnet worden sind.“ Dass nicht in allen Fällen Geld bezahlt werden muss, liege an dem Umstand, dass ein Fehlalarm nur dann Geld koste, wenn er missbräuchlich und grob fahrlässig herbeigeführt worden ist. „Wir halten uns da an die Mustersatzung des Landesbrandschutzgesetzes“, erläuterte Niemeyer. Selbst wenn sich Fehlalarme häuften, sei das noch kein Beweis, „dass jemand mit einer Zigarette unter dem Rauchmelder steht.“ Man sei da in der Beweisnot, so Niemeyer weiter. Oft würden die Firmen die Rechnung dann aber trotzdem bezahlen oder der Feuerwehr Geld spenden. Und überhaupt: „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man, nur um etwas Geld bei der Wartung zu sparen, riskiert, dass die eigene Firma abbrennt.“




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