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Restauratorinnen beenden Arbeit an Gewölbemalereien

Keine Risse mehr im „Paradies“

Hülsede. Die wohl aufwendigsten Restaurierungen der historischen Gewölbemalereien in der Hülseder St.-Ägidien-Kirche sind beendet. In rund fünf Monaten wurden schadhafte Stellen beseitigt.

veröffentlicht am 22.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:22 Uhr

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Keine Risse ziehen sich mehr bei Adam und Eva durch das Paradies – und auch die Taufe im Jordan kennt keine abgeblätterten Farbreste mehr. Gläubige müssen sich jedoch gedulden: Erst am Karfreitag, 29. März, wird ihr Gotteshaus wieder benutzbar sein.

So groß die Freude über den Abschluss der Arbeiten bei den Verantwortlichen im Kirchenvorstand auch sein mag, so schwer drückt die finanzielle Last. Denn statt der zunächst angesetzten 80 000 Euro für die Sanierung wurden am Ende durch die kirchlichen Denkmalbehörden 120 000 Euro bewilligt – mit einem entsprechenden Anteil, den die Kirchengemeinde zu tragen hat.

Die Summe belaufe sich auf insgesamt 12 000 Euro, berichtete Kirchenvorsteher Herbert Meier auf Anfrage: „Das ist leider viel Geld, das für die laufende Unterhaltung unserer Kirche an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung steht.“ Hinzu kämen Eigenleistungen, die Gemeindeglieder eingebracht hätten. Dazu gehörte unter anderem das Ausräumen der Bänke. Meier hofft, dass mithilfe der örtlichen Feuerwehr nun auch wieder der Einbau der sperrigen Sitzgelegenheiten erfolgen kann. Doch zuvor müssen die Gerüste abgebaut und die Kirche einer Grundreinigung unterzogen werden.

Die offizielle Einweihung mit einer symbolischen Übergabe der Malereien an die Gemeinde ist für Sonnabend, 6. April, vorgesehen. Dann will die Erfurter Restauratorin Elodie Rossel noch einmal nach Hülsede kommen und über ihre Arbeiten berichten. Voraussichtlich bringt sie dann auch Fotos von geradezu sensationellen Entdeckungen mit. An einigen Stellen sichtete sie noch die Originalfarbschicht von 1577: „Grashalme in feinsten Pastelltönen“.

Unterdessen dürfte sich der Kirchenvorstand mit der Zukunft des Gebäudes beschäftigen. Als sicher gilt, dass die bisher erfolgte tägliche Öffnung für Besucher nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, um den Zustand der Malereien möglichst lange zu erhalten. Dafür seien möglichst gleichbleibende Temperaturen erforderlich. Was das für die vergangenen Monate bedeutete, machte Meier deutlich: „Wir hatten einen riesengroßen Heizölverbrauch mit bis zu 250 Litern pro Woche.“ Nur so habe die Temperatur auf konstant 14 Grad gehalten werden können.

Keine Risse mehr in den Gewölbemalereien: Elodie Rossel und ihre Kolleginnen beenden ihre Arbeiten in der Hülseder Kirche. nah




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