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Kleiderkammer des Kinderschutzbundes zieht in die Bäckerstraße / Sozialausschuss stimmt Zuschuss für Miete zu

Kinder so verwahrlost, dass sie eingekleidet werden müssen

Rinteln (wm). Die Kleiderkammer des Kinderschutzbundes, bisher eher notdürftig im Wintergarten des Direktorenhauses untergebracht (wir berichteten), wird demnächst in das Erdgeschoss des Hauses Nummer 53 in der Bäckerstraße umziehen - dort stellt zurzeit noch Gisela Gührs ihre Objektkunst aus.

veröffentlicht am 13.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Der Sozialausschuss des Rates hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus für die Anmietung dieser Räume einen Zuschuss in Höhe von 1320 Euro bewilligt. Die Verwaltung hatte eine andere Alternative vorgeschlagen: Im neuen Rathaus im 4. Obergeschoss stehen neben dem Sitzungssaal vier Räume leer, für die es auch mittelfristig, so Erster Stadtrat Jörg Schröder, keine Nutzung gebe. Karin Diekmann, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, erläuterte den Ausschussmitglieder, warum das aus Sicht des Kinderschutzbundes keine gute Idee wäre. Die Klientel, die Hilfe beim Kinderschutzbund suche, betrete keine Behörde, schon gar nicht das Haus, in dem auch das Jugendamt residiere, wenn es vermeidbar wäre: "Die arbeiten sich nicht in den 4. Stock hoch, schon gar nicht mit Kinderwagen." Schützenhilfe erhielt Karin Diekmann von Pastorin Astrid Bunselmeyer: "Mit der materiellen Hilfe schaffe man sich erst einmal das Vertrauen dieser Menschen." Eine solche Einrichtung sollte nicht in der Nähe einer Behörde sein. Dafür in der Nähe der Diakonie, die in der Bäckerstraße im Haus gegenüber untergebracht ist - ein weiterer Pluspunkt, wie Karin Diekmann den Ausschuss letztlich überzeugte. In der Kleiderkiste, in der unter anderem auch Kinder von Hartz-IV-Empfängern eingekleidet werden, die das Rintelner Job-Center schickt, arbeiten neun ehrenamtliche Damen, die die Kleidung auch waschen und reparieren. Karin Diekmann schilderte vor dem Ausschuss, manche Kinder, die vom Jugendamt zum Kinderschutzbund geschickt würden, seien so völlig verwahrlost, ihre Kleidung verlumpt und verdreckt, dass sie als erstes komplett neu eingekleidet werden müssten.




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