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Nabu-Gruppe lädt zur Expedition durch den Bückeberg / Marc Jameson (17) kennt alles, was kreucht und fleucht

Kleine Forscher auf großer Entdeckungstour in der Natur

Auetal (rnk). Und tatsächlich: Das ist eine Gelbbauch-unke. Sichtlich fasziniert betrachten Josefin, Tristan und Josi die kleine Kröte, die sie aus einem Tümpel gefangen haben. Und als ein weiteres Exemplar für ein paar Minuten in der Becherlupe seiner Freiheit beraubt wird und von unten inspiziert wird, da haben esalle verstanden: Jeder Bauch dieser Unkenart ist völlig unterschiedlich, damit lässt sich jedes Tier wie beim Menschen durch den Fingerabdruck identifizieren.

veröffentlicht am 09.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Einmal um den Stamm rum - wie viele Hände braucht das?

Der Spannungsbogen ist hoch: Die kleinen Entdecker gehen völlig in ihrer großen Forschungsreise auf, hier stört niemand von den Kindern, hier ist keiner, der sein eigenes Programm durchziehen will. Was auch an Marc Jameson liegt: Der 17-Jährige kam vor sieben Jahren zur Auetaler Nabu-Gruppe und kennt alles, was in der Natur steht, kreucht und fleucht.Und er kann dieses Wissen vermitteln: Ziemlich gebannt hängen die zehn Kinder, die der Nabu-Einladung zur Tour durch den Bückeberg gefolgt sind, an seinen Lippen. Es gibt ja auch genug zu entdecken. Etwa den Schnellschwimmer, einen kleinen Wasserkäfer, der jedesmal, wenn er untertaucht, an seinen behaarten Hinterbeinen eine Luftblase mit nach unten nimmt: sein Sauerstoffvorrat für die Tauchexpedition. Oder den Gelbrandkäfer, den Teichbesitzer so ungern sehen: "Der frisst alles weg, bis hin zu kleinen Goldfischen", erklärt Marc Jameson und erklärt einem Kind, dass eine (recht große) Libellenlarve besser nicht gemeinsam mit einem Rückenschwimmer-Käfer in einer Becherlupe gehalten werden sollte. Aber heute geht es gut: Die Larve ist pappsatt, beide werden nach ausgiebiger Betrachtung wieder in die Freiheit entlassen. Und sogar Saurierspuren gibt es zu sehen. Jameson zieht ein paar Blätter aus seiner Umhängestasche, auf denen sechs bis zehn Meter große Iguanodons abgebildet sind: "Die lebten in der mittleren Kreidezeit, vor rund 140 Millionen Jahren", erklärt Jameson. Aber auch in der Baumwelt gibt es vieles zu entdecken - eine Buche, an der Pilze wachsen, obwohl sie längst abgestorben ist, dass man fünf bis sechs Kinder braucht, bevor man einmal mit den Händen um den Stamm eines etwa hundertjährigen Baumes packen kann, dass sich aus gefundenen Steinen wunderbare Kettenanhänger basteln lassen - tausend tolle Erfahrungen für die Entdeckertruppe.

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