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Zuhause bei Bürgermeister Reiner Brombach in Todenmann

Kochkünste? „Ich würde nicht verhungern“

Bückeburg. Einem an den faltenlosen Horizont der norddeutschen Tiefebene gewöhnten Besucher fallen im Rintelner Ortsteil Todenmann erst einmal die famosen Aussichtsmöglichkeiten ins Auge. Oben im Kirschweg, wo Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach wohnt, trägt der Blick noch ein wenig weiter. „Rechts ist das Kloster Möllenbeck zu erkennen, links davon das Kalletal“, erläutert der Hauseigentümer. Da nimmt es nicht Wunder, dass die Terrasse zu den Lieblingsaufenthaltsorten des Stadtoberhauptes zählt.

veröffentlicht am 04.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

von herbert busch

Der 62-Jährige bewohnt das in Bungalowmanier errichtete Haus gemeinsam mit Ehefrau Medea Tiefensee seit 2004. Die in der Umzugsphase viel diskutierte Residenzpflicht, der zufolge Amts- und Wohnsitz übereinstimmen müssen, greift in Brombachs Fall nicht. „In Rinteln wohnen auch Bürgermeister anderer Ortschaften“, legt der in Minden geborene Volljurist dar. Wichtig sei für ihn unterdessen, dass Bürgermeister und leitende Mitarbeiter ihren Lebensmittelpunkt in „ihrer“ Stadt hätten. „Mein Lebensmittelpunkt ist definitiv Bückeburg.“ Im Übrigen benötige er für die Bewältigung der Strecke zum Rathaus nur rund acht Minuten.

Gleichwie ließe sich im Todenmanner Zuhause ein recht angenehmes Leben führen. Das Gebäude bietet etwa 200 Quadratmeter Wohnfläche, Richtung Süden schmückt das insgesamt circa 1000 Quadratmeter große Anwesen ein üppig bewachsener Garten. Um die Pflege der Anlage kümmert sich das Ehepaar gemeinsam. Wobei Brombach eher fürs Grobe zuständig ist. „Rasenmähen und das Schneiden der Pflanzen zählen zu meinen Aufgaben.“ Selbstredend spiele auch die zur Verfügung stehende Zeit eine Rolle. Was ebenfalls auf Hobbys und Freizeitgestaltung zutreffe.

Das Stadtoberhaupt – jüngst mit der Herren Ü 60 des Bückeburger Tennisvereins in die Oberliga aufgestiegen – geht gern auf Reisen, hat vor zwei Jahren das Mountainbike für sich entdeckt und fährt auch schon mal mit dem Fahrrad zur Arbeit. Außer sportlichen Aktivitäten stehen immer wieder auch musikalische Beschäftigungen auf dem Programm. Davon zeugt nicht zuletzt ein Klavier, das einen zentralen Platz im großzügig gestalteten Wohnbereich einnimmt. Auf dem Tasteninstrument erklingen, falls es vom Stadtoberhaupt gespielt wird, überwiegend klassische Kompositionen sowie ab und zu ein bisschen Jazz. Und wie ist es um die Kochkünste des Bürgermeisters bestellt? – „Ich würde nicht verhungern.“ Haustiere? – „Außer Fliegen zurzeit keine.“ Wer bringt den Müll raus? – „Ich, ab drei Kilo.“

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Für die Einrichtung des Hauses zeichnet indes Ehefrau Medea verantwortlich. „Die verfügt über den besseren Geschmack.“ Gäste werden gemeinsam eingeladen. „Wir haben oft und gerne Besuch, jedoch ausschließlich außeramtlicher Natur“, erklärt Brombach, der Amt und Privatleben wohl zu trennen weiß. Daher nimmt er auch selten Arbeit vom Rathaus mit nach Todenmann.

Allerdings ließen sich Überschneidungen mitunter nicht vermeiden, meint der für seine häufig augenzwinkernd vorgetragenen Äußerungen bekannte Jurist. Und verweist auf eines seiner musikalischen Lieblingsstücke, Ludwig van Beethovens „Rondo a capriccio“. Die Komposition behandelt „Die Wut über den verlorenen Groschen, ausgetobt in einer Caprice“. Brombach: „Dabei muss ich unmittelbar an den städtischen Kämmerer denken.“

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