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Im Bauausschuss: Zoff um Fahrzeugneubeschaffung für den Bauhof / Geschätzte Kosten 220 000 Euro

"Kollegen mit der Plattschaufel losschicken?"

Rinteln (wm). Drei kommunale Fahrzeuge möchte die Stadt Rinteln im nächsten Jahr ersetzen: einen Kleintransporter, der für die Leerung der Papierkörbe eingesetzt wird, einen Unimog und einen Lkw der Gärtner.

veröffentlicht am 15.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Der Unimog ist inzwischen 8000 Betriebsstunden gelaufen, die anderen Fahrzeuge habenüber 100 000 Kilometer auf dem Tacho und sind seit zehn Jahren im Betrieb. Weitere Anforderung des Bauhofes: ein Gabelstapler. Kosten der Neubeschaffungen insgesamt rund 220 000 Euro. Ursprünglich hatte der Bauhof noch einen Pickup-Doppelkabiner und einen Lkw-MAN-Kipper ersetzen wollen. Doch diese Neubeschaffungen hatte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz bei der Vorbesprechung bereits von der Liste gestrichen. 20 Pritschenfahrzeuge mit Kabinen sind für die Stadt unterwegs, zum Fahrzeugpark des Bauhofes gehören außerdem ein Radlader, eine Kehrmaschine, ein Trecker und ein Spülwagen. Ursula Helmhold eröffnete die halbstündige Debatte am Mittwochabend im Bauausschuss über die Frage der Neubeschaffungen mit der Feststellung, sie fahre selbst einen Wagen, der weit über 100 000 Kilometer gelaufen habe und noch gut in Schuss sei. Zwischenruf aus dem Gremium: "Und wozu braucht die Stadt einen Gabelstapler?" Klaus Wißmann wollte wissen: "Haben die Fahrzeuge noch TÜV?" Selbstverständlich, betonte Tiefbauamtsleiter Helmut Leppin, sonst dürften sie nicht auf der Straße fahren. Ursula Helmhold hakte nach: Dann könne die Stadt diese Fahrzeuge doch auch weiter fahren. Mischte sich Barbara Leibelt-Menzel ein: Unternehmerisch gedacht, sollte man bei einem Fahrzeugpark auf Risikostreuung setzen, und nicht darauf zu warten, bis gleich mehrere Fahrzeuge in die Werkstatt müssen. Assistierte Gert Armin Neuhäuser: Das seien schließlich Nutzfahrzeuge, da sei der Kilometerstand kein verlässlicher Parameter für die tatsächliche Abnutzung - nicht zu vergleichen mit einem Privatfahrzeug. Nachfrage aus dem Gremium: Und was ist mit dem Gabelstapler? Da platzte Reinhold Kölling endgültig der Kragen: "Wir rüsten nicht Hobbymonteure aus, sondern Profis. Wollen Sie die Kollegen wieder mit Plattschaufel und Hacke losschicken?" Wenn im Bauhof schon mit knapper Personaldecke gearbeitet werde, sollten "wir zumindest dafür sorgen, dass die Mitarbeiter vernünftige Gerätschaften haben". Auch Dieter Horn stieg mit in die Diskussion ein: "Jeder darf gern mal einen Lkw mit der Hand abladen." Dann würde niemand mehr fragen, wozu man einen Gabelstapler brauche. Und Neuhäuser empfahl Leppin: Das nächste Mal sollte die Verwaltung besser gleich sechs Fahrzeuge als Ersatzbeschaffung anfordern, dann könnten die Kollegen drei wieder aus dem Etat streichen und alle wären zufrieden. Günther Maack hatte als Ausschussvorsitzender das letzte Wort: Die Verwaltung sollte nochmals prüfen - eine Entscheidung wurde vertagt.




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