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Ein Jahr nach dem Ende des Monopols: Ofenbauer wittern „Machenschaften“ / Schornsteinfeger für saubere Trennung

Konflikt noch immer nicht ausgeräumt

Landkreis. Ein Jahr nach dem Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols ist der Konflikt zwischen Schornsteinfegern und Ofenbauern offenbar noch nicht ausgeräumt. Während die Schornsteinfeger betonen, dass sie ihre hoheitlichen Aufgaben und wirtschaftlichen Interessen sauber trennen, wittern die Ofenbauer immer noch „Machenschaften“. Selbst Ursula Müller-Krahtz, Dezernentin des Landkreises Schaumburg, hatte nach dem Wegfall des Schornsteinfegermonopols Anfang 2013 den „Konflikt durch das neue Gesetz noch vorprogrammmiert“ gesehen.

veröffentlicht am 05.03.2014 um 18:19 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:52 Uhr

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Schornsteinfeger dürfen sich seither untereinander Konkurrenz machen, aber – und da sehen insbesondere die organisierten Ofenbauer das Problem – können zusätzlich zu ihren hoheitlichen Aufgaben unter anderem selbst Öfen verkaufen und einbauen.

Insbesondere der Landesfachgruppenleiter für das Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerk, Götz Holz, meldet sich immer wieder zu Wort und moniert, dass Bezirksschornsteinfeger genau die Arbeiten selbst ausführen dürften, die sie später kontrollieren müssten. Spätestens bei der Feuerstättenschau müssten einige Schornsteinfeger die von ihnen selbst eingebauten Anlagen kontrollieren. Holz nennt dies „Machenschaften“, die „mit neutraler und unabhängiger Kontrolle, einst Garanten für die hohe Sicherheit bei Feuerungs- und Abgasanlagen“ nichts mehr zu tun hätten. Das sei ein „offenkundiges Sicherheitsrisiko“. Dieses sei mit „erheblichen Haftungsfragen für den Verbraucher“ verbunden.

„Das Gesetz ist sicherlich für die Ofenbauer nicht gut, dafür habe ich vollstes Verständnis“, sagte der Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Hannover, Kai Alack. „Aber die Politik hat das so gewollt.“

Auf der Internet-Seite des Bückeburger Schornsteinfegermeisters Alack rangieren die Informationen über die hoheitlichen Aufgaben und die Beratung für einen neuen Ofen dicht nebeneinander. Aber er betont: „Ich bin dabei, mir einen eigenen Kundenkreis für meine hoheitlichen Aufgaben zu schaffen.“

Über die strikte Trennung beider Bereiche würden die Schornsteinfeger geschult, bei gemeldeten Verstößen schaltet sich sofort die Wettbewerbszentrale ein und auch der Landkreis als Aufsichtsbehörde. Dem Landkreis sind nach Auskunft des Ordnungsamtes bisher keine Verstöße zu Ohren gekommen. Und auch für Müller-Krahtz ist der vorprogrammierte Konflikt ausgeblieben, die Dezernentin hat den Eindruck, als ob die „halbamtliche Tätigkeit mit dem Verkauf und Vertrieb auseinandergehalten werden“ könne.

Obwohl vonseiten der Ofenbauer von konkreten Verstößen im Landkreis Schaumburg nicht berichtet werden kann, liegt für sie im System das Problem. Wobei natürlich, betont Holz, zahlreiche Schornsteinfeger ihren Job korrekt und vorbildlich machten. Allerdings lasse sich aus dem hoheitlichen Kehrbuch ersehen, welche Heizungsanlage demnächst abgängig sei. Dass in dem Fall so manches gezielte Angebot den Kunden erreicht, vermuten wiederum einige Ofenbauer. Alack dementiert: „Hoheitliche Daten aus dem Kehrbuch dürfen wir nicht verwenden.“




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