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Uwe Vogt legtÄmter nieder / Uwe Jansen führt Todenmanns Feuerwehr kommissarisch / Neuwahlen so bald wie möglich

Konflikt um eine Fahne - Ortsbrandmeister tritt zurück

Todenmann (wm). Uwe Vogt, im Vorjahr mitüberwältigender Mehrheit von der Ortswehr zum Ortsbrandmeister gewählt, gleichzeitig zweiter stellvertretender Stadtbrandmeister in Rinteln, hat überraschend beide Ämter niedergelegt.

veröffentlicht am 11.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Uwe Vogt

Offiziell nannte die Feuerwehrführung als Begründung, Vogt wolle sich mehr auf seine politischen Ämter konzentrieren. Vogt kandidiert erneut für die CDU sowohl auf der Innenstadtliste für den Stadtrat als auch für den Ortsrat und wird bereits als Nachfolger von Ortsbürgermeister Uwe Drinkuth gehandelt. Aus Feuerwehrkreisen war zu hören, Auslöser für Vogts Amtsniederlegung sei ein Konflikt in der Ortsfeuerwehr gewesen. Gestern hat Uwe Vogt diese Version selbst in einem Telefongespräch bestätigt. Es habe am 12. Juli Meinungsverschiedenheiten um das neue Feuerwehrfahrzeug für die Todenmanner Wehr gegeben. Das Fahrzeug seibereits am 11. Juli eingetroffen, aber von der Stadt noch nicht offiziell in Dienst gestellt worden. Da das alte Feuerwehrfahrzeug bereits ausrangiert war, hätten Feuerwehrkameraden mit diesem Fahrzeug zu Feuerwehrwettkämpfen am 14. und 15. Juli nach Möllenbeck fahren wollen. Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister habe er dem zugestimmt, schilderte Vogt, allerdings unter der Voraussetzung, das Fahrzeug möglichst "unauffällig" zu bewegen. Aus diesem Grund habe er angeordnet, eine Fahne von dem Fahrzeug zu entfernen. Daraus habe sich schließlich ein Streit entwickelt. Nach seinem Verständnis gelte bei der Feuerwehr nach wie vor das Führungsprinzip, anders könne eine Wehr im Ernstfall nicht funktionieren. Deshalb wolle er nicht weiter mit Leuten zusammenarbeiten, "auf die ich mich nicht verlassen kann". Stadtbrandmeister Helmut Meier bestätigte, er sei über den Rücktritt Vogts informiert, habe aber über den Konflikt um die Fahne am Feuerwehrfahrzeug keine Informationen. Bei der Übergabe des neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges am 3. August ist Uwe Vogt nicht mehr dabei gewesen, das hatte bereits sein Stellvertreter Uwe Jansen übernommen, der auch kommissarisch die Wehr führt. Der Rücktritt Vogts sei zwar bedauerlich, erläuterte Jansen gestern in einem Telefongespräch, aber die Wehr bleibe nicht führungslos, denn Vogt habe sein Ausscheiden als Ortsbrandmeister bereits für den Fall angekündigt, dass er in das Amt des Ortsbürgermeister gewählt werde. Deshalb habe man bereits einen Vorschlag für seinen Nachfolger in der Schublade. Er selbst könne das Amt als Leiter der Werkfeuerwehr der Glashütte schon aus rechtlichen Gründen nicht übernehmen - höchstens mit einer Ausnahmegenehmigung der Stadt, das sei aber nicht im Gespräch. Vogts Nachfolger soll so schnellwie möglich von den 24 Aktiven gewählt und bereits zur ersten Sitzung des neuen Rates benannt werden. Der neue Rat könne ihn dann sofort bestätigen. Das sei so auch mit der Verwaltung abgesprochen. Die Verdienste Vogts für die Feuerwehr Todenmann sind unbestritten. Vogt hat den Umbau des Gerätehauses wie die Anschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeuges maßgeblich mit durchgesetzt. Umso mehr sei der Konflikt zu bedauern, so Jansen.

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