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SPD-Umweltexperte Wolfhard Müller sorgt sich um die Bückeburger Niederung

Konflikt zwischen Mensch und Natur: „So etwas Chaotisches selten erlebt“

Bückeburg (rc). Der sommerhafte Frühling mit seinen hohen Temperaturen und wenig Regen zieht die Ausflügler ins Grüne. Was nicht allen passt. Vor allem, wenn es sich um das Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung und die angrenzenden Landschaftsschutzgebiete handelt. Hier hat der SPD-Umweltexperte und „Vater der Niederung“, Wolfhard Müller, in den vergangenen Tagen Beobachtungen gemacht, die ihm die Zornesröte auf die Stirn getrieben haben.

veröffentlicht am 25.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 19:21 Uhr

Eine Fläche im Kerngebiet der Niederung, die Amtmann ’schen Wiesen, wurde in den vergangenen Tagen mehrfach als Grillplatz missbraucht. Andere wiederum ließen ihre vier großen Hunde über die Wiesen rennen und Frisbees fangen. „Dabei ist jetzt gerade Brut- und Setzzeit. Es besteht Leinenzwang“, erinnert Müller an die einschlägige Gesetzgebung. Als er die Hundebesitzer angesprochen habe, sei ihm ganz schön mulmig gewesen, berichtet Müller. Zum Glück waren die Hundehalter aber einsichtig.

Weniger einsichtig waren andere Griller, die ihre gesamten Hinterlassenschaften einfach auf der Wiese stehen ließen. Leere Bierkisten und Schnapsflaschen, ein Grill und ein Benzinkanister. Müller entsorgte den Müll selbst und schaltete die Polizei ein. Diese versprach, künftig vermehrt in der Niederung Streife fahren zu wollen. Müllers Appell: „Das ist ein Naturschutzgebiet, wir müssen dafür sorgen, dass daraus kein zweiter Gevattersee wird.“

Vielleicht löst die Polizei mit ihren Streifenfahrten ein Problem, dass sich der engagierte Naturschützer Müller erneut auf die Fahnen geschrieben hat: Den Autoverkehr durch die Niederung einzuschränken oder ganz zu verbieten. Eigentlich ist die Durchfahrt durch das Gebiet – außer für den landwirtschaftlichen Verkehr und Fahrräder – für alle anderen Fahrzeuge gesperrt. Trotzdem gibt es eine ganze Reihe von Autofahrern, die die asphaltierten Wege der Niederung als willkommene Abkürzung zwischen Bückeburg/Scheie und Nordholz/Berenbusch ansehen. Auch der Heidornweg wird immer wieder gerne von Autofahrern genutzt, und sei es nur, dass sie ihre Hunde neben dem Auto Gassi laufen lassen. Auch Grünschnitt aus dem heimischen Garten werde gern in der Niederung entsorgt, hat Müller beobachtet. Das alles müsse aufhören, fordert er. Und sagt: „So etwas Chaotisches wie in den vergangenen Wochen habe ich selten erlebt.“

Dabei machen sich die Einzelmaßnahmen wie Renaturierung von Aue-Abschnitten, Anlegen von Blänken und die Wiederherstellung eines Aue-Altarms bemerkbar, die in den vergangenen Jahren für sehr viel Geld umgesetzt wurden. In der ohnehin an Vogelarten reichlich gesegneten Niederung hat der Naturschutzexperte in den vergangenen Wochen zwei äußerst seltene Entenarten gesichtet: Reiher- und Tafelenten. Sie stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.




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