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22-jähriger Sönke Simonsen jüngster Aussteller bei Mineralien- und Fossilientag in Kleinenbremen

Kopfloses Dino-Skelett ist sein bedeutendster Fund

Kleinenbremen (ly). Mit 869 zahlenden Besuchern hat der jüngste Kleinenbremer Mineralien- und Fossilientag das selbstgesteckte Ziel von 1000 Gästen zwar verfehlt, liegt aber immer noch deutlich über dem Schnitt der vergangenen 15 Jahre. „Wir sind zufrieden“, sagte Susanne Riedmayer, Geografin im Museum des Besucherbergwerks. Dies gelte auch für die 25 Aussteller. „Und wenn die Sammler zufrieden sind“, so Riedmayer, „haben sie genug verkauft. Alle wollen wiederkommen.“ Vier Aussteller boten Fossilien an, der Rest Mineralien.

veröffentlicht am 17.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 22:21 Uhr

Ob der leichte Rückgang von 48 Besuchern gegenüber 2009 mit Michael Schumachers zeitgleichem Comeback in der Formel 1 zusammenhing, ist bloße Spekulation. Vollgas gab jedenfalls Museumsmitarbeiter Mike Polschinski, der Fragen zur Präparationswerkstatt beantwortete. Attraktiver als zuletzt machten den Eingangsbereich zudem weitere Stände im Erdgeschoss. Mehr als 100 Gäste nutzten überdies die Möglichkeit, ins Besucherbergwerk einzufahren.

Im Obergeschoss hatte Sören Simonsen aus Bielefeld seinen Stand aufgebaut, mit 22 Jahren der jüngste Aussteller und spezialisiert auf Fossilien. Simonsen studiert Jura, sein Sammelgebiet ist der untere Jura. Aus jener Zeit der Erdgeschichte, die vor etwa 200 Millionen Jahren begann, stammt Simonsens bedeutendster Fund: Im Sommer 2007 entdeckte er in einer Tongrube im Kreis Höxter das versteinerte Skelett eines Plesiosauriers. „Leider ohne Kopf“, wie Simonsen bedauert, der außerdem die Zeitung „Der Steinkern“ (www.steinkern.de) herausgibt.

Doch auch so gilt der Fund als sensationell, denn es handelt sich um die einzige zusammenhängende Wirbelkette eines solchen Meeresreptils. Die Länge: 4,20 Meter. Zu sehen war der Plesiosaurier, dessen Artgenossen bis zum Ende der Kreidezeit (65 Millionen Jahre vor Christus) lebten, in Kleinenbremen nicht. Er wird demnächst im Römisch-Germanischen Museum Köln gezeigt.

Simonsens Entdeckung könnte anderen Sammlern Ansporn sein: Ab April beginnen im Kleinenbremer Museum wieder Exkursionen, auf denen Fans Fossilien suchen. Und auch die Mineralien-Sammler sind dann unterwegs. Die Termine kennt Susanne Riedmayer, die unter Telefon (0 57 22) 9 02 23 und per E-Mail unter sr@besucher-bergwerk-kleinenbremen.de zu erreichen ist.

Beim Kleinenbremer Mineralien- und Fossilientag, wo Simonsen zum zweiten Mal mit versteinerten Ammoniten, Muscheln und Schnecken vertreten war, gefiel ihm die familiäre Atmosphäre. Zudem findet sich dort stets auch etwas für den kleineren Geldbeutel. „Sammler bieten günstige Stücke aus der Region an“, so Simonsen. „Das macht diese Regionalbörse interessant.“

Die Saison in Besucherbergwerk und Museum beginnt übrigens zu Ostern.




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