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Krankenhaus Rinteln: Sofortige Schließung abgewendet

Landkreis (crs). Auch wenn die Tarifverhandlungen des Klinikums Schaumburg gescheitert sind, auch wenn die Politik für genau diesen Fall das vorzeitige Aus für den schwächeren Krankenhaus-Standort in Aussicht gestellt hatte: Die Schließung des Rintelner Krankenhauses ist vorerst abgewendet. Einstimmig – bei Enthaltungen der beiden Personalrats-Vertreter – hat der Krankenhaus-Betriebsausschuss des Landkreises gestern Nachmittag zur Reduzierung des Defizits stattdessen „bedarfsorientierte Anpassungen“ in Leistungsangebot und Strukturen des Krankenhauses Rinteln sowie „hierfür betriebswirtschaftlich notwendige Maßnahmen“ beschlossen. Was im Klartext heißt: Den Mitarbeitern des Klinikums drohen betriebsbedingte Kündigungen.

veröffentlicht am 19.07.2010 um 18:22 Uhr
aktualisiert am 04.12.2012 um 18:24 Uhr

Davon betroffen sein könnten vor allem die Mitarbeiter der sogenannten „Tertiärbereiche“ – also etwa der Labore, die laut Konsolidierungskonzept in Stadthagen zentralisiert werden sollen. „Personalabbau wird es hier auf jeden Fall geben“, bestätigt Klinikum-Geschäftsführer Christian von der Becke auf Nachfrage; unklar ist allein, ob die Nichtverlängerung befristeter Arbeitsverträge einziges Mittel bleibt. Treffen dürfte es auch die Rintelner Gynäkologie: Eine „Neustrukturierung oder Schließung“ sieht der Beschluss des Betriebsausschusses explizit vor. Wie viele Mitarbeiter von den „nicht auszuschließenden“ betriebsbedingten Kündigungen betroffen sein könnten, ist nicht klar: Genaue Zahlen nennt von der Becke zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Der Fokus liegt jetzt klar auf der Inneren Medizin und der Chirurgie: Die Auslastung dieser Abteilungen „zu verbessern, mindestens zu stabilisieren“ – diese Absicht ist Teil der Ausschuss-Entscheidung. „Wir können davon ausgehen, dass die Innere Abteilung sich festigt“, spricht Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier von berechtigten Hoffnungen: „Da sind alle Chancen der Welt drin.“ Geschäftsführer Christian von der Becke setzt vieles auf die Karte Geriatrie, einen „Leuchtturm“ im Leistungsspektrum, den das Krankenhaus Rinteln ab nächster Woche anbieten könne. Von der Becke hofft auf neue Patienten für Rinteln: „Jetzt kommt es sehr darauf an, dass wir nachgefragt werden.“

Selbst wenn das Aus für Rinteln vorerst vom Tisch ist: Auch durch die Lösung der bedarfsorientierten Anpassung ist die vorzeitige Schließung „nicht gänzlich auszuschließen“. Es kommt entscheidend auf die nächsten Monate an: Mitte September soll die bis dahin erreichte Entwicklung unter die Lupe genommen werden. Eine „böse Überraschung“ für Mitte September schließt von der Becke aber aus: „Es wird dann nicht die Entscheidung geben, jetzt wird Rinteln doch geschlossen.“




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