weather-image
×

Band lockt 350 Gäste / Kleinenbremer „Aussicht“ erlebt Ohrenschmaus / „Special Friends“ begeistern

Kranz in Concert: Sturmerprobt & erdverwachsen

Kleinenbremen (bus). Die Peter Kranz Blues Band ist mit einer überwältigenden Vorstellung auf die Bühne zurückgekehrt. Knapp anderthalb Jahre nach dem letzten Auftritt des um Peter Kranz formierten Quintetts erlebte die in der Kleinenbremer Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ organisierte Oster-Bluesnight jetzt ein Konzert, das ein vollends begeistertes Publikum hinterließ. Mehr als 350 Gäste wollten sich den Ohrenschmaus nicht entgehen lassen.

veröffentlicht am 14.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 01:21 Uhr

Kranz (Vocals), Hermann Edling (Guitar), Lutz Requard (Keyboards), Manfred Heinze (Bass) und Volker Schmidt (Drums) tischten den Besuchern insgesamt 28 Titel auf.

Rockbetonte Bandbreite

Während der erste Teil mehr zum reinen Blues tendierte, stellten die Musiker im zweiten Set eine eminente rockbetonte Bandbreite unter Beweis. Was nicht zuletzt dem Mittun der „Special Friends“ Julian Giese (Gitarre), Heiko Biermann (Saxophon, Querflöte), Doris Henning (Gesang) und Dirk Flieger (Perkussion) geschuldet war.

Flieger ergänzte den von Requard und Heinze geflochtenen Rhythmusteppich, Henning steuerte – „My Favorite Mistake“, „If It Makes You Happy“ – filigrane Gesangslinien bei, Biermann verlieh – „Real Mother For You“ – dem Abend funkige Elemente und Giese …tja Giese. Der für gewöhnlich mit dem Trio „Rasayana“ reisende Gitarrist setzte dem dreistündigen Vergnügen während der letzten sechs Stücke ein extraordinäres Glanzlicht auf. Dabei muss man wissen, dass Hermann Edling kein Schlechter ist. Kranz‘ Stammgitarrero vermag das Auditorium auch im Alleingang schon mal in Verzückungsnähe zu spielen. Was der 19-jährige Giese aus seinem Instrument herauszauberte, war indes schlichtweg überwältigend.

„Unglaublich“, hieß es im Kreis der beinahe sprachlosen Zuhörerschaft. „Der kommende Stern am Gitarrenhimmel“, meinte Bassmann Heinze. Speziell bei „Bad Intentiones“ und der (normalerweise Edling zustehenden) Paradezugabe „While My Guitar Gently Weeps“ sowie dem Schlusstitel „Sensitive Kind“ erschloss sich den „Aussicht“-Gästen, dass dem jungen Talent reichlich Möglichkeiten offen stehen, nicht auf der ruhmabgewandten Seite der regionalen und überregionalen Saitenszene zu landen.

Neunköpfige Formation

Besonders erfreulich war das musikalische Gesamterscheinungsbild der zum Schluss neunköpfigen Formation. Dass Frontmann und Namensgeber Kranz, für dessen Körperfülle trotz schwerer Krankheit eine Gerte als Vergleichsobjekt wenig taugte, die dominierende Rolle zukam, versteht sich von selbst.

Das Schwergewicht vermittelte geradewegs Assoziationen an das wenig bluestypische Niedersachsenlied – sturmerprobt und erdverwachsen. Alles in allem betrachtet und behört kam die Peter Kranz Groß Blues Band aber – trotz der zu dieser Spielart der Musik dazugehörenden mitunter kilometerlangen Soli – mit hochsympathischem Einklang daher.

Das Jahr 2008 sei für ihn ein „Scheißjahr“ gewesen, hatte der Sänger am Beginn der Veranstaltung dem Publikum in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ unmissverständlich zu verstehen gegeben. Die Oster-Bluesnight entpuppte sich als das ziemliche Gegenteil. Kranz: „Es war ein wunderschöner Abend.“ Dem wird niemand widersprechen.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige