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Ortsrat will offiziellen Antrag stellen

Kraterlandschaft: „Im Sandfeld“ muss dringend saniert werden

ENGERN. Wer die Route seines sonntäglichen Ausflugs entlang der Zufahrtsstraße zum Wasserwerk plant, sollte sich auf Abenteuerliches gefasst machen. Monströse Schlaglöcher und riesige Mulden lassen die Straße „Im Sandfeld“ zu einer Buckelpiste werden.

veröffentlicht am 05.03.2018 um 14:43 Uhr
aktualisiert am 05.03.2018 um 18:57 Uhr

In den weit aufklaffenden Rissen in der Fahrbahndecke könnten Fahrradreifen stecken bleiben. Foto: nk

Autor:

Niklas Könner
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ENGERN. Viele Stellen des Asphalts sind mit langen tiefen Rissen überzogen, was eher an ein Erdbebengebiet erinnert als an das Gänsedorf. Der Zustand des Wirtschaftsweges hat sich über Jahre hinweg zunehmend verschlechtert. Vor allem Radfahrer leiden unter den derzeitigen Bedingungen, sind die Spurrillen zum Teil doch so breit, dass ganze Fahrradreifen darin verschwinden können. Unfallgefahr ist garantiert.

„Da muss dringend etwas getan werden“, befindet Ortsbürgermeister Dieter Horn mit Blick auf die Kraterlandschaft der Straßendecke. Im Ortsrat sei die Problematik bekannt und schon häufiger darüber diskutiert worden. Eine amtliche Anfrage an die Stadtverwaltung habe es bislang aber noch nicht gegeben. Das soll jetzt nachgeholt werden: „Bei der Ortsratssitzung am 19. April wollen wir einen offiziellen Antrag auf Erneuerung des Wirtschaftsweges stellen“, erklärt Horn. Viele Bürger, auch aus den Ortsteilen Steinbergen und Westendorf, hätten ihn bereits darauf angesprochen, ob man die Straßenschäden nicht beheben könne.

Als Verbindungsweg für die Fahrzeuge des Wasserwerks und der Landwirte hat die Instandsetzung der Straße aber nicht nur für Radfahrer und Spaziergänger eine wichtige Bedeutung. Genau hierin sieht Horn aber auch die Ursache für die stetige Verschlechterung der Asphaltdecke: „Der Weg wurde in den 60er-Jahren gebaut, als die Trecker und Maschinen noch leichter waren. Dem hohen Gewicht der modernen Geräte hält der Unterbau einfach nicht mehr stand.“

Einen Vorwurf an die Landwirte erhebt Horn indes aber nicht, denn „denen bleibt sonst keine andere Möglichkeit ihre Felder zu erreichen“.

Um in Zukunft einen tragfähigen Untergrund für alle Straßennutzer zu gewährleisten, soll die Reparatur des Wirtschaftsweges in den Haushaltsplan mit aufgenommen werden. Horn verweist darauf, dass das Ganze nämlich eine „aufwendige Sache“ sei, die nicht vom Bauhof der Stadt übernommen werden könne, sondern von einer Fachfirma angegangen werden müsse. Da der offizielle Antrag des Ortsrates noch fehlt, fehlt bislang zwar eine genaue Kostenkalkulation. Der Ortsbürgermeister hat sich aber auf eigene Faust einen exemplarischen Kostenvoranschlag von einer Fremdfirma aushändigen lassen.

Demzufolge würde die vollständige Reparatur inklusive Abfräsen der alten Oberfläche, Verdichten des Unterbaus und Aufsetzen einer Betondecke pro Kilometer Wirtschaftsweg rund 8500 Euro kosten. Die anfallenden Ausgaben für Baumaterial wären dabei noch nicht mit einbezogen. Hinzu kämen weitere 5000 Euro, sofern der Auftraggeber, in dem Fall die Stadt, keinen Schlepper mit Fräsmaschine bereitsstellen kann.

„Der Traktor des Bauhofes hätte genug PS, doch eine Fräsmaschine gibt es nicht“, weiß Horn. Sein Vorschlag: Das teure Gerät versuchsweise leihen oder in Kooperation mit anderen Kommunen kaufen. „Eine Anschaffung wäre für das gesamte Stadtgebiet sinnvoll“, betont Horn. Kaputte Straßen gebe es schließlich nicht nur in Engern.




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