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Neue Klärschlamm-Pläne des Abwasserverbandes / Bürgermeister informiert den Rat

Krause: "In Buchholz darf's nicht stinken"

Buchholz (sig). "Für unsere Bürger ist es wichtig, dass sie in ihrem Wohnbereich keine Geruchsbelästigung durch das neue Projekt des Klärwerkes Auetal befürchten müssen; das gilt es auszuschließen." Diese Feststellung von Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) stand am Anfang seiner Informationen über das Vorhaben des Abwasserverbandes Nordschaumburg. Dazu Stellung beziehen muss der Gemeinderat in nächster Zeit ohnehin, denn die Anlage befindet sich in der Gemarkung von Buchholz. Eigentümer von Grund und Boden ist der Landkreis.

veröffentlicht am 29.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

Nach den zurzeit vorliegenden Plänen sollen drei Becken ausgehoben werden, in die Klärschlamm eingeleitet wird. Während der mehrjährigen Lagerzeit breiten sich auf dem Schlamm Schilfpflanzen aus, die dazu beitragen, dass sich der Abfall in vielseitig verwendbare Erde verwandelt. Das Wasser kann dabei auf natürliche Art und Weise entzogen werden. Aufgrund der charakteristischen Eigenschaften, die mit Kompost vergleichbar sind, besteht die Möglichkeit, dieses aus Klärschlamm entstandene neue Produkt sowohl im Garten- und Landschaftsbau einzusetzen als auch zum Bau von Lärm- und Sichtschutzwällen oder zum Auffüllen von stillgelegten Steinbrüchen. Durch die Verschärfung der Verordnung für den Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft, die Phosphate und Stickstoff enthalten, gilt das unter der Bezeichnung "Eko-Plant-Verfahren" entwickelte neue Konzept als Schritt in die richtige Richtung. Damit verbunden ist auch eine Optimierung der Betriebsprozesse im Auetaler Klärwerk. Für die Umwandlung des Schlamms wird weder zusätzliche Energie noch irgendeine Chemikalie benötigt. Das bedeutet zugleich auch eine Entlastung der Umwelt. Nach einem Zeitraum von acht bis zehn Jahren kann die Erde aus den entstandenen Schilfbeeten einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die Becken lassen sich wieder auffüllen. Die Verwertungdes umgewandelten Klärschlamms geschieht in Absprache mit der zuständigen Abfallgesellschaft. Der Buchholzer Gemeinderat nahm diese Pläne zunächst nur zur Kenntnis, zumal das erforderliche Genehmigungsverfahren durch den Landkreis derzeit noch nicht läuft. Bürgermeister Hartmut Krause sprach von einer Investitionssumme von 600 000 Euro, an der sich die Gemeinde Buchholz nicht beteiligt. Ein besonderes Gewicht legt Krause im Einvernehmen mit seinen Ratskollegen jedoch auf das Ausschalten einer möglichen Geruchsbelästigung durch das Anlegen solcher Beete. Deshalb informierte er sich bei den Samtgemeinden Elbmarsch und Amelinghausen, die dieses Projekt bereits verwirklicht haben. In beiden Fällen bekam er Entwarnung. Auch in einer Entfernung von 150 Meter zu einem bebauten Ortsteil sei nichts festgestellt worden, berichtete Hartmut Krause. Bei der notwendigen Anhörung der Träger öffentlicher Belange wird sich Buchholz trotzdem sicherlich mit diesem Anliegen zu Wort melden. Schließlich sollen die Befürchtungen der Einwohner auch auf diesem Gebiet nicht außer acht gelassen werden. Derzeit ist der Abstand zum Klärwerk am Rande von Bernsen offensichtlich groß genug.




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