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Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt absolviert mehr als 200 Einsätze

Kreisbrandmeister beklagt Rechtsruck

BÜCKEBURG. Die Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt hat ihre Einsatzstatistik für das Jahr 2018 präsentiert. Angesprochen worden ist bei der jetzigen Jahresversammlung aber auch die bundesweit zunehmende Zahl von Angriffen auf Rettungskräfte. Zudem warnte der Kreisbrandmeister vor rechten Tendenzen.

veröffentlicht am 13.01.2019 um 10:25 Uhr
aktualisiert am 13.01.2019 um 18:10 Uhr

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Michael_Werk

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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Auf ein für die Freiwillige Feuerwehr Bückeburg-Stadt ereignisreiches Jahr 2018 hat deren stellvertretender Ortsbrandmeister, Jürgen Pöhler, bei der jetzt im Rathaussaal abgehaltenen Jahresversammlung zurückgeblickt. Demnach waren die Aktiven insgesamt 201 Mal im Einsatz (16 Mal mehr als im Vorjahr). Davon waren sie 59 Mal zu Brandeinsätzen (darunter zwei Großbrände) ausgerückt, 82 Mal hatten sie technische Hilfeleistungen erbracht und 32 Mal sonstige Einsätze absolviert. Ferner waren 28 Fehlalarme ein Einsatzgrund.

Rauchmelder seien zwar sinnvoll, aber immer wieder rücke man unnötigerweise aus, weil die Geräte durch in den Gebäuden durchgeführte Reinigungs- oder Handwerkerarbeiten ausgelöst würden, resümierte Pöhler. Hier seien die Betreiber der Anlagen gefordert, ihre Mieter und Mitarbeiter durch Checklisten und Hinweisschilder noch besser über den Umgang mit den Rauchmeldern zu unterrichten, um „uns entbehrliche Abwesenheiten vom Arbeitsplatz oder auch von der Familie zu ersparen“.

Zur Mitgliederentwicklung der Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt informierte Pöhler, dass diese aktuell (Stichtag 31. Dezember 2018) insgesamt 149 Mitglieder zählt. Der Bestand teilt sich dabei wie folgt auf: 68 Aktive in der Einsatzabteilung, 23 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, 20 in der Kinderfeuerwehr, elf in der Reserve, 22 in der Altersabteilung und fünf Fachberater. „Eine passive Abteilung haben wir im Sinne der Vorschriften nicht, dafür aber einen Förderverein“, betonte Pöhler.

Mehrere Mitglieder (Bild) der Einsatzabteilung der Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt sind befördert worden.

Als Bürgermeister der Stadt Bückeburg dankte Reiner Brombach den Brandschützern für deren ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Bevölkerung. Zudem wies er darauf hin, dass die Aktiven bei ihren Einsätzen sogar Gefahren für deren eigenes Leben eingehen, um Menschenleben zu retten. Kein Verständnis habe er daher dafür, dass es in der Gesellschaft Menschen gibt, die Rettungskräfte – und auch die Polizei – beleidigen und sogar körperlich angreifen. „Hier muss entschieden entgegengesetzt werden“, forderte der Verwaltungschef.

Um die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr auch zukünftig zu erhalten, sei diese auf den Nachwuchs aus den Kinder- und Jugendfeuerwehren angewiesen, erklärte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote. Die Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt könne daher stolz auf ihre Kinder- und Jugendarbeit sein.

Dann stellte Grote die Frage in den Saal, ob sich die Freiwillige Feuerwehr auch „politisch äußern“ dürfe – und schob die Antwort sofort hinterher: Es gebe einen „Rechtsruck in Deutschland“, zumindest seien entsprechende „Tendenzen“ vorhanden, beklagte er. Daher müsse man sich hierzu auch als Feuerwehr äußern – und die demokratischen Grundwerte dieses Landes an „unsere Kinder und Jugendlichen weitergeben“. „Das muss unser aller Ziel sein“, unterstrich der Kreisbrandmeister. Und um seinem Appell Nachdruck zu verleihen, fügte er hinzu: „Ältere Menschen wissen noch, wie das 1933 angefangen hat: mit kleinen Äußerungen und kleinen Tendenzen.“




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