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Investitionen in Höhe von 2,9 Millionen Euro vorgesehen / Mieten und Gewerbestruktur kommen Gemeinde zugute

Krise ohne Lauenau: Jetzt ist das Herz des Fleckens dran

Lauenau (bab). Lauenau muss sich über Wirtschaftskrisen keine Gedanken machen. Während andere Kommunen Rekorddefizite vermelden, stehen die Finanzen im Flecken auf stabilen Füßen. Allein die Zahlen sprechen für sich. Das Gesamtvolumen des Haushalts liegt bei mehr als sechs Millionen Euro, 2,9 Millionen Euro davon im investiven Bereich. Lauenau wird im kommenden Jahr über eine freie Spitze von 318 700 Euro verfügen. So konnte Kämmerer und Gemeindedirektor Uwe Heilmann dem Rat „in schwierigen Zeiten ein besonderes Werk vorlegen“.

veröffentlicht am 28.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 20:41 Uhr

Die Gemeinde leide zwar auch unter Steuerausfällen, habe aber bereits vor Jahren einen eigenen Weg eingeschlagen, verwies er auf die Immobilienankäufe, die dem Flecken jedes Jahr beträchtliche Mieteinnahmen bescheren. Allein im Gewerbepark belaufen sich die Pachten auf 460 000 Euro.

Von der Prosperität profitieren auch die Vereine, die mietfrei in den Räumen des Fleckens ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten nachgehen können und, wie Heilmann betont, auch keine Sporthallengebühren zahlen. Die Förderung hat nach seinem Ermessen einen Wert von jährlich 130 000 Euro. „Das macht der Rat sehr gerne, weil es die Gemeinschaft nach vorne bringt“, ist er sich sicher.

Bürgermeister Heinrich Laufmöller (SPD) bestätigte, dass der Flecken die notwendigen Voraussetzungen schafft und die Vereine den Ort mit Leben erfüllen. „Auf diesem Weg sollten wir gemeinsam weitergehen.“

Einen anderen wichtigen Punkt sprach SPD-Sprecher Karsten Sucker an. Er finde die Entwicklung der Gewerbesteuer „ganz erstaunlich“, sagte er. Laut Plan soll diese um fast 70 000 Euro zulegen. „Es sind kleine und mittlere Firmen, die zu diesem Ergebnis beitragen“, begründete er. Lauenau sei nicht abhängig von einem großen Unternehmen und sei bestrebt, Aufträge in den eigenen Reihen zu halten. „Das kommt uns letztlich zugute.“ Die Mieteinnahmen seien zudem ein elementarer Grundstock der Finanzen der Gemeinde. Sucker hält deshalb auch die Kreditaufnahme von 950 000 Euro für richtig, um im „Binnenflecken“ weitere Immobilien und damit Mieteinnahmen zu sichern.

Er warf auch einen Blick auf den Schuldenstand, der sich dann auf 4,75 Millionen Euro belaufen werde. Als Banker müsse er aber sagen, dass es sich um einen „soliden Haushalt“ und „gute Kredite“ handelt. Der Verkehrswert des Gewerbeparks liege bei 11,5 Millionen Euro. Heilmann bezifferte den Vermögenswert sogar mit 25 Millionen Euro.

CDU-Sprecher Strecker hält es ebenfalls für richtig, dass sich die Gemeinde nach der Entwicklung des Gewerbegebietes an der Autobahn, jetzt auf das „Herz des Fleckens“ konzentriere. Dort hätten Geschäftsschließungen den Rat aufgerüttelt. Kritiker der Gebäudeankäufe sollten sich deshalb die Frage gefallen lassen: „Was wäre die Alternative gewesen?“ Er sei froh, dass in den vergangenen zehn Jahren beide Fraktionen „immer den richtigen Weg gefunden haben“. Dabei spiele die Verwaltung eine große Rolle, von der sie immer frühzeitig informiert worden seien. Der CDU-Sprecher konnte sich angesichts des Haushalts sehr wohl erklären, dass die „südlichen Nachbarn“ über die Grenze schielen. Die SPD-Mehrheitsfraktion klopfte bei Streckers Beitrag sogar anerkennend auf die Tische.




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