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SPD unzufrieden mit Kompromiss zum Stadtmarketing

Kritik an „Nebelkerze“

Bad Nenndorf. Skaterbahn, Flüchtlinge und Stadtentwicklung gehörten zu den wichtigsten Themen bei der Ortsvereinsversammlung des SPD-Ortsvereins Bad Nenndorf. Mit Blick auf den Neonazi-Aufmarsch betonte der Vorsitzende Ingo Knieper: „Wir werden auch dieses Jahr da sein und zeigen, dass Bad Nenndorf nach wie vor bunt ist.“

veröffentlicht am 25.02.2016 um 16:08 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

Das Datum für das ungebetene Gastspiel sei noch unbekannt, weil das erste August-Wochenende, das die Neonazis bevorzugen, auch der Termin der Einschulungen vorsieht. Dies könnte dazu führen, dass die Braunen auf den Sonnabend davor oder danach ausweichen müssen.

Knieper bezeichnete die Schaffung der neuen, leichter zu fahrenden Skaterbahn als gute Sache. Jugendliche sollen damit endlich einen Ort bekommen, an dem sie Spaß haben und unter sich sein können. Er forderte eine zeitnahe Umsetzung.

Das Wasserspiel „Großer Abwasch“ stehe exemplarisch für das, was in der Innenstadt in den vergangenen Jahren passiert sei: Kaum ein Stein sei auf dem anderen geblieben, das Bild des Zentrums habe sich komplett gewandelt. Knieper machte aber auch keinen Hehl daraus, dass er selbst lange gebraucht habe, um „irgendetwas Gutes an diesem Brunnen“ zu finden. Auch das Thema Flüchtlinge sprach Knieper an. „Dem Flüchtling“ solle in Bad Nenndorf erst ein Gesicht und eine Geschichte gegeben werden, ehe sich irgendjemand ein Urteil anmaßt.

Der im Rat gefundene Kompromiss zum Stadtmarketing (wir berichteten) sei eine „Nebelkerze“ der übrigen Fraktionen. Die SPD solle nicht zulassen, dass das Thema auf die lange Bank geschoben wird. „Man versteht manchmal die anderen nicht“, pflichtete Fraktionssprecher Volker Busse bei. Er sagte zudem, dass die Kurhaus-Mieteinnahmen in der jetzigen Finanzierungsberechnung von 330 000 auf 260 000 Euro gesunken sind. Gäbe es das Städtebaufördergeld nicht, wäre die Sanierung des Objekts für die Stadt unbezahlbar.

Für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Klaus-Dieter Salzbrunn geehrt. Der frühere Ratsherr erinnerte daran, dass 1976 ein schwieriges Jahr für die Nenndorfer SPD war, weil damals ein Genosse zur CDU übertrat und die Mehrheitsverhältnisse im Rat kippte. „Die SPD war damals ziemlich am Ende, und dann bin ich eingetreten“, sagte Salzbrunn mit verschmitztem Lächeln.

77 Mitglieder hatte der Ortsverein vor Jahresfrist. Drei Todesfällen, einem Wegzug und einem Austritt standen ein Eintritt und drei Zuzüge gegenüber. Damit bleibt ein Minus von einem Genossen. gus




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