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78-jähriger Besucher des Grünkohlessens beklagt Zwei-Klassen-Gesellschaft im Gesundheitswesen: „Wofür steht die CDU?“

Kritische Fragen an CDU-Landratskandidat Drewes

Kirchhorsten (hga). 36 Gäste haben ihre Teilnahme am traditionellen Grünkohl-Essen des Samtgemeindeverbandes der CDU Nienstädt im „Alten Krug“ nicht bereut. Ein zielorientierter CDU-Kreischef Klaus-Dieter Drewes („Ich will Landrat werden“) und ein kritisch nachfragender Wolfgang Stein („Was will die CDU?“) standen vor dem Essen im Mittelpunkt.

veröffentlicht am 28.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 09:22 Uhr

Stein, ein 78-jähriger Sülbecker Bürger, konfrontierte Drewes mit nicht einfachen Fragen. „Wofür steht die CDU überhaupt? Das weiß ich gar nicht“, forderte Stein Erklärungen. Wie könne eine Volkspartei so einen Unsinn tragen, der im Gesundheitswesen derzeit ablaufe. Vor dem Grundgesetz seien alle Menschen gleich. „Der Schrankenwärter, nur weil er ein Staatsbediensteter ist, kriegt eine Rundumversorgung, hier kriege ich gar keinen Arzttermin“, beklagte Stein die Zweiklassen-Gesellschaft im Gesundheitswesen.

Außerdem rede Drewes wie alle: Schaumburg-Lippe hochhalten, aber die Polizei gehe nach Nienburg, das Katasteramt nach Hameln und so weiter. „Was sind ihre Ansprüche? Das kann ich nicht verstehen“, schob Stein nach.

„Ich kann nachvollziehen, dass die Differenz zwischen Beamten, Angestellten und Arbeitnehmern bei Vielen ein Fragezeichen hervorruft“, antwortete Drewes. Er glaube, dass es Unterschiede gibt und das Thema bundesweit gelöst werden muss. Zum zweiten Teil erklärte Drewes, dass Behörden „mit allem Drum und Dran“ konzentriert werden müssen, das gehöre dazu. „Es wird aber auch vor Ort etwas gemacht, nicht nur etwas abgezogen“, so Drewes. Außer dem Verweis auf die Investition Krankenhaus blieb Drewes an dieser Stelle konkretere Angaben schuldig.

Drewes äußerte sich zuversichtlich, den Landkreis Schaumburg in seiner jetzigen Form erhalten zu können. Er wolle als Landrat aber die Verwaltung neu strukturieren: zum einen bürgerferne Verwaltung auch außerhalb des Kreises mit anderen Verwaltungen zusammenfassen, aber vor Ort die bürgernahe Verwaltung ausbauen. Er glaube, dass es richtig sei, in der Kreisverwaltung eine neue Ideenlandschaft außerhalb eingefahrener Wege zu installieren.

Samtgemeindeverbandschef Karlheinz Volksdorf berichtete von einer Klausurtagung seiner Partei. Das Thema habe „Wofür steht die CDU in Nienstädt?“ gelautet. Zur besseren Information der Bürger soll ein Bürgerbrief in der Samtgemeinde über das Geschehen vor Ort informieren. Als Grund für die Klausur benannte Volksdorf die durch Studien belegte demografische Entwicklung sowie die Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit.

Schließlich wurde noch die Wahl des Kohlkönigs bekanntgegeben. „Wir gucken jedes Jahr einen aus, entweder nach dem Alter oder der Treue“, erklärte Volksdorf die Wahl. Auf den 78-jährigen Ernst Maevert aus Liekwegen traf beides zu. Maevert beeindruckte mit der Teilnahme an der zehn Kilometer langen Winterwanderung. Statt des bei diesen Gelegenheiten üblichen Kohlstrunkes gab es einen Blumenstrauß mit einer Wurst drin.

Blumen mit Einlage: Karl-Heinz Volksdorf gratuliert Ernst Maevert (r.) zur Ehrung als Kohlkönig. Foto: hga




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